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Tülauer Robin Werner über seine Band: „Schreien unser Anliegen raus“

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Die Band „Letters sent Home“ mit dem Tülauer Robin Werner (r.)
Wollen 2023 viele Konzerte spielen: „Letters sent Home“ mit dem Tülauer Robin Werner (r.). Womöglich auch auf dem AERIE-Festival in Querenhorst (Landkreis Helmstedt). © Privat

Tülau/Hannover – Knapp zwei Monate ist es her, seitdem das IK zuletzt mit Robin Werner gesprochen hat. Der Tülauer, Mitglied der Dark-Pop-Band „Letters sent Home“, deutete damals an, dass es für ihn und seine Kollegen auf Tour gehen könnte. Wann und wohin – das war indes noch nicht klar. Jetzt, Ende Oktober, kann Werner jedoch Vollzug melden. Fünf Auftritte stehen an: Und einer ist gar nicht mal so weit von Tülau entfernt.

Wintertour führt nach England und VW-Stadt

„Wir sind gerade mit der Band in Hannover und proben dort im Musikzentrum“, so der Gitarrist am Dienstag. „Nächsten Monat geht es los: Nun wird alles vorbereitet, das Team gebrieft und letzte Korrekturen am Sound unternommen.“ Die Gigs sind dann in Städten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: London am 16. und Walsrode am 18. November, Hamburg am 3. und Wolfsburg am 14. Dezember sowie die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden am 28. Januar 2023.

„London sticht natürlich heraus. Dort werden wir als Support-Act für die Münchener Band ‘Blackout Problems’ dabei sein“, so Werner, der laut eigener Aussage aber gehofft hatte, die Bayern mehr als nur einmal unterstützen zu können. Zufrieden ist er trotzdem. „Es sind Club-Konzerte. Da ist alles intimer, verschwitzter, lauter. Dafür machen wir Musik.“ Natürlich auch in Wolfsburg. Das „Hometown-Konzert“, wie Werner es nennt, findet im Sauna-Klub am Schachtweg statt.

In den Wochen seit dem letzten IK-Gepräch hat sich nicht nur in Sachen Konzert-Planung etwas getan. Die Band schreibt an einem Album und steht kurz vor der Veröffentlichung einer EP. Auch spielten „Letters sent Home“ Anfang August auf dem Fährmannsfest in Hannover. Dort auch dabei: die Berliner Alternative-Punker von den Beatsteaks („I Don’t Care As Long As You Sing“).

Laut Werner lag in diesem Jahr aber kein besonders starker Fokus auf der Festival-Saison. „Schuld“ ist die bevorstehende Langspielplatte: „Seit kurzem arbeiten wir mit einem Londoner Label zusammen. Dort erscheint auch am 2. Dezember unsere EP. Sie ist ein Vorgeschmack aufs Album, das im Herbst 2023 rauskommen soll.“

Songs gegen innere und äußere Krisen

Stilistisch bewegt sich die Musik zwischen modernem Metalcore, elektrischen Sounds und poppigem Gesang, wie Werner einordnet. Klar, dass die Band dann auch mit „Evanescence“, „Paramore“ und „Pvris“ verglichen wird. „Das machen die Leute oft, und das ist auch ganz okay so. Ich mag diese Vergleiche jedoch nicht“, betont Werner, der in der Musik seiner Band impressionistische Elemente wiederzufinden glaubt. Die Lieder seien „von den inneren Gefühlen unserer Sängerin Emily beeinflusst“.

Nun aber deutet sich eine – wenn auch nur kleine – Richtungsänderung an: Das neue Album enthält etwa einen Song über die Krisen dieser Zeit, insbesondere die Klimakatastrophe. „Hier schreien wir unser Anliegen nach draußen. Dabei wenden wir uns bewusst an die ältere Generation, der wir sagen: ‘Macht die Augen auf. Wir müssen es zusammen schaffen, diese Misere zu überwinden’.“

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