Tülauer Gemeinderat formuliert Bedenken gegen Windenergienutzung im Gebiet Brome-Zicherie

Windräder kreisen Ortschaften ein

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Zur Weiterentwicklung der Windenergienutzung im Gebiet Brome-Zicherie hat der Rat in seiner Sitzung eine Stellungnahme verabschiedet, die an die Samtgemeinde weitergeleitet wird.

Tülau. Vor allem die Mindestabstände zwischen Bebauung und möglichen Flächen für Windenergie sowie die Gefahr, von derartigen Flächen eingekreist und abgeschnitten zu werden, sind die Hauptsorgen der Mitglieder des Gemeinderates Tülau, der am Montag tagte.

Zur Weiterentwicklung der Windenergienutzung im Gebiet GF 5 (Brome-Zicherie) hat der Rat in seiner Sitzung eine Stellungnahme verabschiedet, die an die Samtgemeinde weitergeleitet wird.

Im Verfahren zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogrammes nimmt die Gemeinde damit ihre Aufgabe als Träger öffentlicher Belange wahr. Die Abstimmung erfolgte mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen mit der Einschränkung, dass der Gemeinderat wieder zusammen tritt, sollte sich an den allgemeinen Bedingungen etwas verändern.

Zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führe die sichelförmige Ausrichtung der Potenzialflächen, heißt es in der Stellungnahme, und es würden die Orte Tülau und Voitze eingekreist, weil sich das westlich geplante Gebiet Ehra 01 anschließt. Das gelte unabhängig von der Tatsache, dass das 120-Grad-Kriterium angewendet wurde.

Um spätere Entwicklungsmöglichkeiten für die Orte aufrecht zu erhalten, solle der Mindestabstand von 1000 Metern mehr als nur gewahrt werden. Es sei besser, ihn nach Ost, Nord und Süd zu vergrößern und zwar berechnet vom Ortsrand des jeweiligen Gemeindeteils. Auch für das Baugebiet „Schwerinsfeld“ sowie die Gewerbeflächen im Bereich Bahnhofstraße und im Bereich der Biogasanlage südlich von Tülau müssten die Abstandsregelungen eingehalten werden.

Für den ehemaligen Bahnhof Tülau hat der Eigentümer eine Bauvoranfrage beim Landkreis Gifhorn gestellt. Deshalb weist die Gemeinde darauf hin, dass auch dort die Abstandsregelungen für das Wohngebäude einzuhalten seien.

Gleiches gilt für den Abstand (mindestens 500 Meter) zwischen der Potenzialfläche und der Wohnbebauung „Einzelgehöft Kiebitzmühle“ innerhalb des Vorranggebietes Windenergienutzung Ehra 01. Schließlich behält sich die Gemeinde vor, im Rahmen der Planungshoheit die mögliche Nutzung der Windenergie in Art und Umfang in Absprache mit den Bürgern zu steuern.

Die Sitzung im Tülauer Gasthaus Weise ging ohne Kontroversen über die Bühne, obwohl etliche Zuhörer gekommen waren. Das war nach den vorausgegangenen Debatten nicht erwartet worden.

So kam es lediglich in der Einwohnerfragestunde zum Versuch, in die Diskussion einzugreifen. Das wies Ortsbürgermeister Herbert Lange (SPD) aber mit dem Hinweis zurück, dass Wortbeiträge lediglich den Einwohnern der Orte Tülau und Croya zustünden.

Von Horst Michalzik

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