Absage für schwarze Flecken

Brome will weiter um Glasfaser-Ausbau kämpfen

Glasfaserausbau auf dem Land.
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Das Thema Glasfaser soll für die schwarzen Flecken in Brome und auch anderen Dörfern noch nicht vom Tisch sein. Darum bemühen sich jetzt viele Bürgermeister.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Brome – Die klar verpasste Chance des Glasfaserausbaus im Bereich der schwarzen Flecken nagt am Flecken Brome, das weiß auch Bürgermeister Gerhard Borchert. Zu wenige Haushalte hatten sich im Vermarktungsgebiet 1 (Samtgemeinde Brome und Samtgemeinde Isenbüttel) für einen Anschluss entschieden. In der heutigen Zeit hängt an der Umsetzung jedoch viel. Die Hoffnung aufgeben will Borchert nicht, zusammen mit einigen anderen Bürgermeistern in der Samtgemeinde Brome will er weiter für den Glasfaserausbau im Bereich der schwarzen Flecken kämpfen.

Knapp 600 Bromer Haushalte hatten sich in den vergangenen Wochen die Frage gestellt, ob sie einen kostenlosen Glasfaseranschluss wollen oder nicht. Die Hälfte von ihnen hat sich klar dafür entschieden und einen Vorvertrag abgeschlossen, wie der Bürgermeister erklärt. Das Zögern der anderen Hälfte bleibt Borchert ein Rätsel, gerade mit Blick auf zukünftige Zeiten. „Der Bedarf der neuen Technologien wird auch nach Corona bleiben.“

Bei der Glasfaser-Vermarktung hatte Giffinet bei den schwarzen Flecken – also Haushalte, die an ihrem Internetanschluss mehr als 30 Mbit/s im Download zur Verfügung haben – festgelegt, dass im gesamten Cluster 1 eine Anschlussquote von 60 Prozent erreicht werden muss, damit sich der eigenwirtschaftliche Breitbandausbau auch lohnt (das IK berichtete). Mit knapp 42 Prozent hatte das ja bekanntlich nicht geklappt.

In den vergangenen Wochen hatte man schon an anderer Stelle vernommen, dass einzelne Kommunen in der Samtgemeinde Druck auf das Unternehmen ausüben wollen – beispielsweise Bergfeld und Tiddische. Und auch Borchert hat sich Hilfe in Form von Ehra-Lessiens Bürgermeister Jörg Böse, Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil und Landrat Dr. Andreas Ebel gesucht. Zusammen wollen sie Giffinet dazu bewegen, dass nach einer anderen Option zur Breitband-Realisierung gesucht wird.

Bromes Bürgermeister verweist mit Blick auf den Ausbau der weißen Flecken, dass „die Bautrupps hier ja schon sind und eigentlich weitermachen können“. Denn die vom Landkreis geförderte Maßnahme für die unterversorgten Haushalte ist ja anders als das Nachfolge-Projekt längst in trockenen Tüchern. Borchert hofft auch darauf, dass sich weitere Haushalte bei der Glasfaser-Frage doch entschließen, sollten sie die Bauarbeiten bei den Nachbargrundstücken bemerken. „Die Vergangenheit hat in anderen Regionen gezeigt, dass es noch einige Spätentschlossene gibt.“

Die Bürgermeister hoffen weiter, dass das Unterfangen Glasfaser für die schwarzen Flecken doch noch gelingen kann. Borchert: „In den vergangenen Wochen wurde ich häufig nach den Aussichten befragt.“ Die Angst, dass die ganze Region abgehängt werden könnte, ist groß.

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