Stille Gefahr: Spielen am Wasser

Tragischer Todesfall in Nordsteimke veranlasst FWG einen Zaun um den Benitzer Dorfteich zu beantragen

Der Benitzer Dorfteich liegt offen am Spielplatz, das will die FWG ändern.
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Der Benitzer Dorfteich liegt offen am Spielplatz, das will die FWG ändern. 

Benitz – Mit Blick auf den tragischen Tod eines Kleinkindes in Nordsteimke im April regt die FWG an, den Spielplatz in Benitz räumlich vom Dorfteich zu trennen.

Denn in Nordsteimke war die Ausgangslage ähnlich wie in Benitz: ein Spielplatz in der Nähe eines Regenrückhaltebeckens. Eine örtliche Krippengruppe besuchte den Spielplatz regelmäßig. Obwohl ausreichend Erzieher vor Ort waren, ertrank Mitte April ein anderthalbjähriges Kind in dem seichten Becken. Erst danach kam es zu einer Diskussion um einen Zaun.

Soweit will die FWG es in Benitz nicht kommen lassen. „Die FWG beantragt, dass der Teich am Kinderspielplatz in Benitz eingezäunt wird“, sagt der Vorsitzende Lothar Hilmer. Ein Zaun rund um den Teich sei wohl die einzig denkbare Möglichkeit einer zusätzlichen Sicherung. „Der Teich ist nach drei Seiten mit einem Zaun umgeben“, beschreibt Hilmer die örtlichen Begebenheiten. „Die Seite zum Spielplatz ist offen.“

Das berge Gefahren, denn immerhin liegen zwischen Spielplatz und Dorfteich lediglich rund zehn Meter. Eine Strecke, die auch kleine Kinder erschreckend schnell zurücklegen könnten. „Unter normalen Umständen stellt der Teich wegen des niedrigen Wasserstands keine große Gefahr dar“, sagt Hilmer. „Bei Kleinkindern aber reichen fünf Zentimeter aus, wenn sie kopfüber ins Wasser fallen.“

Ein solcher Sturz löse bei den Kindern einen Reflex aus, der jede Bewegung blockiere – das gelte auch für die Atmung. „Sie ertrinken also nicht, sondern ersticken“, erklärt Hilmer das Horror-Szenario. „So leise, dass es niemand bemerkt.“ Damit es gar nicht erst zu einer Tragödie wie Nordsteimke komme, hofft die FWG, dass „der Zustand umgehend abgestellt wird.“

VON DENNIS TESCH

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