Feuerwehr in Personalnöten: Kameradschaftsverein soll Aufgaben als Kulturträger bündeln

Der „tragbarste Weg“ in Zicherie

Zicherie. Rechtlich in Form gegossen wurde am Samstagabend im Gemeinschaftshaus, was in der Praxis schon bestand. Vor der Jahreshauptversammlung gründete die Ortswehr im 111. Jahr ihres Bestehens einen Kameradschaftsverein.

Die Führung des Kameradschaftsvereins um Wilfried Klopp (2.v.r.) mit den Geehrten Klaus Tiedge (3.v.l.) und Heinz Melzian (5.v.l.).

Der gewählte Vorstand besteht aus Ortsbrandmeister Wilfrid Klopp, seiner Stellvertreterin im Kameradschaftsverein Johanna Lenz (die auch stellvertretende Ortsbrandmeisterin ist), Schriftführer Rene Rowohlt und Kassenführer Walter Traue. Damit bildet der Vorstand fast das Kommando der Ortswehr ab. Sein Amt im Kommando aufgeben wird nur der derzeitige Schriftführer Axel Osterburg. Er wird noch das Protokoll dieser und der nächsten Versammlung, bei der weitere Punkte geklärt werden, schreiben.

Dem Kameradschaftsverein kommt eine wichtige Aufgabe zu, wie Bromes Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann bekräftigte. Denn die Ortswehr hat immer mehr Probleme, die gesetzlichen Vorgaben der Stärke im Einsatzfall zu erreichen. Wegzug und demografischer Wandel schlagen hier negativ zu Buche. Im Kameradschaftsverein, in dem alle Feuerwehrleute, aktive wie passive, Mitglied sind, sollen die Aufgaben der Feuerwehr als Kulturträger gebündelt werden.

Die aktiven Feuerwehrleute verrichten im Einsatzfall weiterhin ihren Dienst und sind dabei intensiv in der Ortswehr Brome eingebunden. Deren Ortsbrandmeister und erster stellvertretender Gemeindebrandmeister Günter Heide bekräftigte das Angebot: „Ihr seid herzlich willkommen und wie bisher auch mit dabei.“ Insgesamt sah Peckmann damit die Ortswehr „solide aufgestellt“. Die Gründung des Kameradschaftsvereins sei für die Feuerwehr und das Dorfleben ein wichtiger Schritt. So könne man weiterhin die kulturellen Beiträge der Feuerwehr zum Dorfleben leisten. „Das ist der tragbarste Weg. In diesem Rahmen können sich alle wiederfinden. Es gibt weiterhin eine Feuerwehr in Zicherie und Aktive vor Ort, die auch versichert sind“, stellte Peckmann fest. Die Zusammenarbeit mit den Bromern sei „ein gutes Konstrukt, in dem ihr euch wohlfühlt und weiterhin Lehrgänge besuchen könnt“.

Fahrzeug und Gerätehaus in Zicherie bleiben erhalten, ebenso werden die Dienste weiter im Ort geleistet, wenn auch das Bromer Gerätehaus jederzeit für die Kameraden aus Zicherie offen steht, wie Heide sagte. Und mit der jetzigen Regelung ist eine weitere Zukunft der Ortswehr nicht verbaut, sondern es sind viele Optionen offen. „Sollte es wieder mehr Aktive geben, dann gibt es auch wieder eine vollständig eigenständige Ortswehr in Zicherie, die im Löschzug mit Brome und Altendorf eingebunden ist“, sagte Klopp.

Bei seinem Jahresbericht erwähnte er die 17 Einsätze des vergangenen Jahres, darunter acht Brandeinsätze, eine Hilfeleistung, zwei Übungen und sechs Verkehrsregelungen. Auch in diesem Jahr gab es bereits vier Brandeinsätze und eine Übung. „Das ist relativ viel“, betonte Klopp. Vor allem die Zahl der Brände sei – wie auch kreisweit – gestiegen. Für ihre 40-jährige aktive Mitgliedschaft wurden Klaus Tiedge und Heinz Melzian geehrt.

Von Burkhard Ohse

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