Tief im Mittelalter

ManfredAngelov

Brome - Von Benjamin Post. Im bürgerlichen Leben heißt er Manfred Angelov. Aber der 59-Jährige nennt sich auch Hartmann von Aue. Wenn er Ritter ist. Mit dem Rittertum und dem Mittelalter beschäftigt sich Angelov seit rund 18 Jahren.

Aus Neigung und Interesse tauchte er „tief ins Mittelalter ein“, wie er sagt. Angelov, gebürtig in Bad Bergzabern/Rheinland-Pfalz nannte sich zunächst „Ritter ohne Namen“, dann „Graf Nassau“. Doch er wollte mehr – und gründete 1992 den Ritterbund Hartmann von Aue. Mit seinem Ritterbund, der in Altensalzkoth im Landkreis Celle beheimatet ist, ist er auf nationalen Turnieren vertreten. In diesem Jahr schlägt die Truppe um Hartmann von Aue alias Manfred Angelov zum zehnten Mal ihr Lager beim Burgfest Brome auf, es findet das Ritterturnier statt. Im IK-Interview spricht er über den Ritterbund, die Person Hartmann von Aue und den Auftritt in Brome am kommenden Wochenende.

IK:Herr Angelov, seit 18 Jahren gibt es den Ritterbund Hartmann von Aue. Woher stammt eigentlich der Name?

Manfred Angelov: Ich bin in der mittelalterlichen Darstellung Hartmann von Aue (Schwäbischer Ritter von 1160 - 1220, Anm. d. Red.). In ihm vereint sich viel, was mir eigen ist. Spieltrieb, professionelle Reiterei, Hintergrundwissen über das Mittelalter und eine gehörige Portion Lust am Risiko und Abenteuer.

IK: Wie kamen Sie darauf, den Ritterbund zu gründen?

Angelov: Die Figur Hartmann von Aue hat mich schon damals fasziniert. Da wächst man rein.

IK:Was macht die Faszination Rittertum aus?

Angelov: Es ist mehr als ein Hobby. Der historische Hintergrund spielt eine große Rolle.

IK: Ritter, wie Robin Hood waren die Helden des Mittelalters. Was steht für einen Ritter?

Angelov(lacht): Für mich ist es mehr. Den Hintergrund so erlebbar machen, wie er ist. Ehre, Respekt und fröhlich sein.

IK:Kommen wir zu Ihren Rittern. Der Ritterbund besteht aus über 150 aktiven Hobbyisten. Was zeichnet Ihre Truppe aus?

Angelov: Wir sind eine große Familie. Die kennen sich alle. Gut aussehen gehört auch dazu.

IK: Mit ihrem Ritterbund schlagen Sie auf Festen wie dem Bromer Burgfest ihr Lager auf. Der Besucher erlebt den Flair des Mittelalters. Was bedeutet für Sie das Mittelalter?

Angelov: Erlebte Geschichte. Es ist Feuer an, es wird gekocht und ist lebendig.

IK: Auf der Burg Brome sind Sie Stammgast. Wie gefällt dem Ritterbund das zweitägige Spektakel?

Angelov:Alle fahren gerne dahin. Dr. Andreas Wallbrecht (Musumsleiter und Mitglied der Aktionsgemeinschaft Burgfest Brome, Anm. d. Red.) ist ein angenehmer Partner.

IK: Zu ihren Auftritten, wie dem großen Fest in Brome, gehört auch ein Ritterturnier. Wie bereiten sich ihre Ritter auf Turniere vor?

Angelov:Wir machen Training. Wir sind ganzjährig unterwegs. An so einem Wochenende wie Brome ist es ein Höhepunkt. Man möchte gewinnen. Der Ehrgeiz ist auch dabei.

IK: Was wollen sie den Zuschauern bieten?

Angelov: Wir bieten verschiedene Disziplinen, die es zu der damaligen Zeit gegeben hat.

IK:Packt Ihre Ritter der Ehrgeiz bei den Turnieren oder steht mehr die Show im Vordergrund?

Angelov:Die Show entwickelt sich aus dem Ehrgeiz heraus. Wenn ich es drauf habe, kann ich Show machen. Die kommt automatisch. Blut fließt keines. Wenn der Ritter vom Pferd fliegt, dann gehört das dazu. Es ist ganz ungefährlich.

IK: Was dürfen die Besucher des Burgfestes in diesem Jahr vom Ritterbund erwarten?

Angelov:Die Grunddiszplinen sind immer gleich. Verschiedene Dinge bleiben. Wir haben in diesem Jahr das ein oder andere.

IK: Haben Sie Neuigkeiten oder eine Überraschung für das Publikum parat?

Angelov: Wir haben ganz viel ausgemessen. Vielleicht machen wir eine dreiläufige Stechbahn. Wir haben eine Feuershow. La Marotte (Band, Anm. d. Red.) begleitet uns viele Jahre. Liodon Incorruptus (Musikgruppe, Anm. d. Red.) ist auch dabei.

IK: Herr Angelov, vielen Dank für das Gespräch.

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