Brandschutz für Flüchtlings-Camp Lessien: Weite Wege für die Freiwillige Feuerwehr

„Tagsüber zu wenig Personal“

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Erst im Oktober probten die Feuerwehren auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes den Notfall. 

Ehra-Lessien. Der Landkreis Gifhorn würde gerne ab Mai im Camp Lessien Flüchtlinge unterbringen. Ein abgestimmter Mietvertrag mit dem Land Niedersachsen liegt bereits vor (das IK berichtete).

Nun muss noch der Gifhorner Kreisausschuss seine Zustimmung geben – und das soll am morgigen Mittwoch der Fall sein.

Insgesamt sechs Gebäude sollen hergerichtet werden, die bereits in 2015/2016 für die Notunterkunft genutzt wurden. Bis zu 250 Flüchtlinge sollen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz eine Unterkunft finden. Für den Betrieb muss noch eine Ausschreibung erfolgen. Die Planungen vorab scheinen zu laufen. Bleibt die Frage nach dem Brandschutz, denn mit der Schließung der Notunterkunft Ende Juni gibt es auch keine Feuerwehr vor Ort mehr.

„Es ist alleinige Aufgabe der Samtgemeinde Brome, den abwehrenden Brandschutz in ihrem Gemeindegebiet und somit auch für die Flüchtlingsunterkunft des Landkreises Gifhorn sicherzustellen sowie eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten“, äußert Michael Funke, Fachbereichsleiter für Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen beim Landkreis Gifhorn, auf Anfrage des IK. Für die Umsetzung ist allein die Samtgemeinde zuständig. .

Dessen ist sich die Samtgemeinde Brome auch bewusst. Stellt sich für die Verwaltungschefin Manuela Peckmann die Frage nach der Ausgestaltung. „Wir haben seinerzeit schon bei den Nachbarwehren in Grußendorf und Barwedel angefragt, um ringsherum alarmieren zu können, falls etwas passieren sollte“, informiert Peckmann im Gespräch mit dem IK. Was die Ausstattung der Geräte betreffe, sei man ganz gut aufgestellt, auch mit Blick auf das Tragkraftspritzenfahrzeug in Ehra-Lessien. Einzig den Anfahrtsweg müsse man im Blick behalten, denn dieser gestalte sich sich von der Entfernung her weiter, als für eine Wehr vor Ort auf dem Gelände. Für die Mannschaftsunterkünfte seien die Freiwilligen Feuerwehren bisher nicht zuständig gewesen. „Aber wir geben unser Bestes“, versichert die Samtgemeindebürgermeisterin.

Als der Landkreis 2015 die Gebäude hergerichtet hatte, richtete er in jeder Unterkunft auch einen zweiten Fluchtweg ein. Peckmann sieht vielmehr ein Problem, dass generell vorherrsche: „Tagsüber es es einfach schwierig, genug Leute für einen Einsatz zusammenzubekommen. Es sind einfach zu wenig Leute verfügbar.“

Von Carola Hussak

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