Kritik und Fragen zum Bebauungsplan im Gemeinderat Brome

Streit um Baugebiet Mittelfeld

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Das Baugebiet Mittelfeld in Brome ist seit fünf Jahren in der Diskussion. Im Gemeinderat wurde nun Kritik am Bebauungsplan geäußert.

Brome. Das Baugebiet Mittelfeld in Brome ist auf dem Weg. In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend in der Perle an der Ohre gab es jedoch auch reichlich Kritik und Fragen in Sachen Bebauungsplan.

Aufmerksam verfolgten viele Zuhörer die Ratssitzung zum neuen Baugebiet Mittelfeld. 

Jürgen Bammel (FWG) monierte unter anderem die lange Zeit, die für die Aufstellung des Bebauungsplans nötig gewesen sei. „Seit fünf Jahren sind wir schon dabei, zweimal wurde es auf Eis gelegt. Und seit November sind wir wieder aktiv, und das in nichtöffentlichen Sitzzungen. Das hätte alles öffentlich beraten werden müssen. So sorgt das für Irritationen“, kritisierte er. Seitens der FWG sei festzustellen, dass es viele „Kuriositäten“ beim Mittelfeld gebe, über die man unterschiedlicher Auffassung sein könne. „Dennoch werden wir dem B-Plan zustimmen, um das Baugebiet endlich auf den Weg zu bringen“, sagte Bammel. „Es muss Ruhe reinkommen.“

Fehlende öffentliche Ausschreibungen für Ausgleichs- und Ersatzflächen, geänderte Preise und Zahlungsziele gegenüber früherer Planungen führte Bammel als Hauptkritikpunkte an. „Besonders kritisch ist, dass wir am 5. März die Vorlage zum Kauf des zweiten Bauabschnitts bekamen, obwohl die Entscheidung schon gefallen war“, so Bammel. Dass man im ersten Bauabschnitt Preise und Zahlungsziele eingehalten habe, im zweiten Bauabschnitt hingegen nicht mehr, habe ein „Geschmäckle“. „Auf einmal gab es andere Konditionen, und es wird mehr von uns bezahlt.“

Durch die veränderten Zahlungsziele könne auch die für 2019 geplante Darlehenstilgung für das Baugebiet Windmühlenfeld in Gefahr geraten. Die Zahlungsziele seien zudem ohne einen beschlossenen Haushaltplan gefasst worden. Sollte der erste Bauabschnitt nicht komplett verkauft werden, fehle das Geld. „Dann gibt es beim zweiten Bauabschnitt ein Problem“, sagte Bammel. Bürgermeister Gerhard Borchert (CDU) erwiderte, er selbst habe an den Diskussionen über das Baugebiet als Betroffener nicht teilgenommen. „Die Bedingungen sind so vorgelegt worden, wie es anderen Ratsmitgliedern auch gereicht hat. Und die Gemeinde Brome ist nicht durch mich so hoch verschuldet. Als ich Bürgermeister wurde, war es bereits so.“

„Ewige Diskussionen“

Die Verschuldung Bromes sei auch darauf zurückzuführen, dass seinerzeit in der Samtgemeinde „Geld verschütt gegangen“ sei, so Borchert. Dadurch habe die Samtgemeindeumlage erhöht werden müssen. Ausschreibungen habe es gegeben, wo Angebote abgegeben werden konnten. Nur habe sich der Rat nicht an die günstigsten Angebote gehalten, sagte Borchert. Aufgrund von „ewigen Diskussionen“ seien die Preise gestiegen.

Diskussionen gab es auch über die Bezeichnung der Straßennamen im Baugebiet Mittelfeld. Einig war sich der Rat noch über den Namen „Wismarer Ring“ für den ersten Bauabschnitt. Für den zweiten Bauabschnitt entschied sich die Mehrheit für „Jübarer Ring“. Abgelehnt wurde damit der Vorschlag der FWG-Fraktion, die dabei den Namen „Bürgerfeld“ präferiert hatte.

Von Burkhard Ohse

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