Verein Katachel erhält Spendensiegel

Spender übernimmt Kosten in Höhe von 130.000 Euro für 27. Schulbau in Kunduz

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Der Bau der 27. Schule in Kunduz schreitet trotz der gefährlichen Situation vor Ort gut voran. Noch in diesem Jahr wird mit dem Bau der 28. und 29. Schule begonnen.

Bergfeld/Kunduz. Die Freude ist Sybille Schnehage, Vorsitzende der Hilfsorganisation Katachel, und ihren Vorstandsmitgliedern Anneliese Raschkoswski, Manfred Eichhorn, Monika Neugebauer und Dr. Peter Olav Pleuß ins Gesicht geschrieben: Der Verein hat erneut das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) erhalten.

Freuen sich über das Siegel (v.l.): Monika Neugebauer, Anneliese Raschkowski, Dr. Peter Olav Pleuß, Manfred Eichhorn und Sybille Schnehage.

„Das Spendensiegel ist ein Beleg für die Seriosität einer Organisation. Es gibt viele Aufgaben, Kommentare und Erwartungen seitens des Institutes“, weiß Schnehage. Aber es wird auch „gemeckert“ – im positiven Sinn. So habe der Verein im vergangenen Jahr 4,7 Prozent der Spenden für Verwaltungsaufgaben ausgegeben. „Das ist extrem niedrig“, sagt die Vereinsvorsitzende nicht ohne Stolz. Aber es habe auch Verbesserungsvorschläge gegeben. So werde ein Großteil des Geldes per Bank nach Afghanistan überwiesen, was wiederum sehr teuer ist. Vorschlag des DZI: Die Bankgebühren ins Ausland extra ausweisen, so könnte dies in den ideellen Teil fließen. So könne der Verein im Bereich der Verwaltung die Kosten noch weiter senken. Schon jetzt gehen als 95 Prozent der Spenden direkt in die Hilfe vor Ort. „Über so eine Meckerei freue ich mich natürlich“, frohlockt die Vorsitzende.

Und das Geld wird auch gebraucht. Denn noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der 28. und 29. Schule begonnen werden. Die Genehmigung liegt schon vor. Seit der Gründung 1994 hat der Verein bereits 26 Schulen gebaut. Jährlich werden 144 Mädchen zur Näherin ausgebildet und jede erhält zusätzlich eine Nähmaschine. Hinzu kommen 420 Witwen und deren Kinder, die die Hilfsorganisation unterstützt. Rund 6 Millionen Euro sind seitdem zusammengekommen und wurden in die Region Kunduz investiert. „Unser Verein ist auch der einzige, der dort noch vor Ort ist und hilft“, sagt Schnehages Stellvertreterin Raschkowski.

Gerade die persönlichen Verbindungen zu ihrem Team vor Ort seien sehr wichtig. Zwei Mal täglich telefoniere Schnehage mit den Helfern – etwa 30 – vor Ort. „Die Kontaktpflege bedeutet für die Mitarbeiter auch Sicherheit. Sie erhalten regelmäßig ein Einkommen, dafür müssen sie Geld sicher ausgeben, quittieren und auflisten“, betont die Bergfelderin. Bildung und Arbeitsplätze vor Ort seien das Wichtigste.

Der Bau der 27. Schule schreitet gut voran. Und das positive: Die Kosten von rund 130 000 Euro übernimmt ein privater Spender aus Deutschland. Und die beiden Gebäude, in denen die Toiletten untergebracht werden, zahlt er auch. Der Gönner hat den Verein im Internet gefunden und möchte diesen unterstützen. Derzeit hat der Verein 140 Mitglieder und weltweit 2000 regelmäßige Spender.

Wer auch Gutes tun möchte und die Arbeit des Vereins Katachel unterstützen möchte, kann dies tun (siehe Info-Kasten).

Von Carola Hussak

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