Schutz der Menschen genießt Priorität

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Nach bereits zwei Veranstaltungen zum gleichen Thema in Weyhausen und Barwedel schloss die Straßenbaubehörde Wolfenbüttel am Mittwoch ihren Informations-Marathon zum Abschnitt 7 der geplanten Autobahn 39 im vollbesetzten Schützenhaus im Ehraner Ortsteil Lessien, ab.

Ehra-Lessien. Nach bereits zwei Veranstaltungen zum gleichen Thema in Weyhausen und Barwedel schloss die Straßenbaubehörde Wolfenbüttel am Mittwoch ihren Informations-Marathon zum Abschnitt 7 der geplanten Autobahn 39 im vollbesetzten Schützenhaus im Ehraner Ortsteil Lessien, ab.

Behörden-Chef Bernd Mühlnickel hatte zu dieser Veranstaltung einen Stab von Ingenieuren und Experten mitgebracht, die die Anwesenden in insgesamt eineinhalb Stunden dauernden und dementsprechend ausführlichen Vorträgen über den derzeitigen Stand der Planung informierten.

Dazu sagte Ehras Bürgermeisterin Jenny Reißig, dass „wir lange auf Informationen aus erster Hand gedrängt haben“. In diesem Zusammenhang betonte Reißig erneut, dass sich die Gemeinde Ehra unter großer Beteiligung ihrer Einwohner bereits seit 2006 intensiv mit dem Thema A 39 und den Folgen für den Ort auseinander gesetzt und Vorschläge erarbeitet hat, die den Planungsbehörden entsprechend zugeleitet worden sind.

Sehr gut besucht war die Informationsveranstaltung der Wolfenbütteler Straßenbaubehörde zum geplanten Bau der A 39 im Schützenhaus in Lessien. Foto: Deipenau

Im Anschluss an die Begrüßung wies Mühlnickel darauf hin, dass es hier nicht um eine Grundsatz-Diskussion Pro oder Kontra A 39 ginge. „Ziel dieser Informationsveranstaltungen ist es, Transparenz herzustellen“, sagte Mühlnickel, und weiter: „Wir wollen Meinungen hören, um die weiteren Planungsschritte in einem größtmöglichen Konsens mit den Betroffenen fortführen zu können.“ Erläuterungen gab es dann von den jeweiligen Fachreferenten und Ingenieuren, die sich im Verlauf des Abends auch den Fragen der Anwesenden stellten. Dabei wurden vornehmlich die Dinge angefragt, die besonders der örtlichen Bevölkerung auf der Seele zu brennen scheinen. Als besonders wichtig schienen dabei Fragen nach dem erhöhten Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit der geplanten Auffahrt an der kreuzenden L 289 zwischen den Ortsteilen Ehra und Lessien zu sein.

Dazu wurde mitgeteilt, dass sich der Verkehr aus Richtung Ehra kommend nach Berechnungen der Straßenbaubehörde verdoppeln würde, wohingegen aus Richtung Lessien keine bis sehr geringe Zuwächse im Verkehrsaufkommen zu erwarten seien.

Zur grundsätzlichen Frage der Notwendigkeit einer Auffahrt an dieser Stelle äußerten einige Zuhörer dabei den Verdacht, dass diese vermutlich nur auf Wunsch von Volkswagen gebaut werden solle. Dem widersprachen die Planer allerdings energisch. „Es gibt wissenschaftlich berechnete Vorgaben über Abstände von Auf- und Abfahrten, ebenso darüber, in welchen Abständen WC- und Rastplätze gebaut werden sollten“, so Planungsassistent Wöhleke, der noch einmal darauf hinwies, dass „die Planung der Streckenführung im Großen und Ganzen steht“.

Zum anderen wurde den Planern gegenüber bemängelt, dass der größte Teil der landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen außerhalb der Gemarkung Ehra-Lessiens liegen. „Wo Wald abgeholzt werden muss, wird an den Ausgleichsflächen neuer Wald angepflanzt“, sagte dazu der für die Landschaftsplanung zuständige Wilke Jäkel.

Bürgermeisterin Reißig ergriff noch einmal das Wort und bat: „Alle Betroffenen hier sollen sich Gedanken darüber machen, wo in der Gemeinde Ausgleichsflächen geschaffen werden könnten und wo angepflanzt werden soll.“

Über diese Problematik entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der vor allem von den ortsansässigen Landwirten einige vermeintliche Schwachpunkte in der Planung angesprochen wurden. Dass man es bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht allen recht machen könne, betonte zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal Bernd Mühlnickel. Auch meinte er, dass man sich seit Beginn der Planung immer bemüht habe, Ungerechtigkeiten zu vermeiden und die notwendigen Eingriffe in die Natur und den Lebensraum der Menschen so gering wie möglich zu halten.

Fazit: Viele Fragen und viele Antworten; aber nur wenige davon konnten die Zuhörer wirklich befriedigen.

Von Detlev E. Deipenau

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