Emotionale Diskussion

Neuanfang für Bromer Schützen

Bromes Königshaus
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Der neue Vorstand und das Königshaus des Schützenvereins Brome.

Brome – Die Bromer Schützen sind wieder auf Kurs. Bei der Jahreshauptversammlung am Samstagabend (17. Juli) in Remmlers Hof gaben sich die 103 anwesenden Mitglieder einen neuen Vorstand unter der Führung von Stefan Volk, bisher Major der Jäger. Nach den Querelen vor mehr als einem Jahr, als drei von fünf Vorstandsmitgliedern zurücktraten und der damalige Vorsitzende Adolf-Karl Müller die Vertrauensfrage stellte – die er dann verlor –, war die Geschäftsfähigkeit des Schützenvereins dahin gewesen.

Regimentskommandeur Karsten Kontschak hatte die Geschäfte sechs Wochen aufrechterhalten, bevor Gerhard Borchert als neuer Vorsitzender mit Vorstand, allerdings auf Zeit, das Schützenschiff vor dem Sinken bewahrte. Dass es noch immer brodelt, zeigte sein Vorgänger Müller, der am Samstag die damalige Situation aus seiner Sicht noch einmal in Erinnerung rief. Er könne damit umgehen, seinerzeit keine Mehrheit bekommen zu haben, aber: „Wie das passiert ist, das hat mich getroffen.“ „Respektlos“ sei es gewesen, dass Borchert im Frühjahr, als er, Müller, noch Vorsitzender war, von Problemen geredet habe. Das Oktoberfest habe er außerhalb des Vereins, aber mit Hilfe der Schützen organisiert. Das sei von Borchert zum Politikum gemacht worden. Zudem habe er von anderen, vermeintlichen Freunden, den Säbel in den Rücken gerammt bekommen.

„Das alles weise ich zurück“, so der knappe Kommentar Borcherts nach Müllers Rede. Er sei „als Schütze“ im Schützenverein und nicht, um Politik zu machen. Müller habe bei der demokratischen Wahl im Januar nicht die Mehrheit bekommen. „Daran gibt es nichts zu deuteln.“ In seinem Bericht hatte Borchert festgestellt, dass die Disharmonie sich bereits im Frühjahr 2019 abgezeichnet habe, woraufhin im Sommer drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands zurücktraten.

Die Schützenfeste 2020 und 2021 und anderes wurden zwar geplant, konnten aber aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Der gewählte neue Vorstand habe nicht überredet werden müssen, weswegen er sicher sei, dass dieser den Verein mit der gleichen Leidenschaft weiterführen werde.

Die Wahl des neuen Vorstands, deren Mitglieder der bisherige erweiterte Vorstand ausgesucht hatte, ging dann relativ glatt über die Bühne. Zwar beantragte Müller eine geheime Abstimmung, was auf Unmut stieß, aber letztlich entschieden sich 87 der 103 anwesenden Mitglieder für Volk. Neun Schützen stimmten gegen ihn, drei enthielten sich, vier Stimmen waren ungültig. „Das ist ein ehrliches Ergebnis, ein wirkliches Stimmungsbild“, so Volk.

Volk sagte, nach der „großen Disharmonie“ wünsche er sich eine Phase der Kontinuität. „Ich will die Mitglieder in die Vereinsarbeit einbeziehen. Dazu sollen die Arbeitsgruppen in anderer Zusammensetzung wieder aufleben.“ Danach wurden in offenen Abstimmungen die weiteren Vorstandsmitglieder gewählt. Lediglich Oberschatzmeister Jörg Wichmann trat nicht zurück und blieb im Amt.

Adjutant des Generals wurde Stephan von Petzinger, neuer 2. Vorsitzender und Oberschaffer ist nun Torsten Robert, Schaffer Nils Schödler, Schatzmeister Marcus Wegener, Regimentskommandeur Stephan Lüthe und dessen Adjutant Marc-Andre Tinscher. Fahnenträger blieb Marcel Herde. Kinder- und Jugendschützenfestbeauftragte wurde Melanie Schmidt. Mehrfach musste der Oberst der Alten Gilde die Wogen glätten: Andreas Schencke rief zu einem Neuanfang auf. „Persönlicher Streit gehört nicht in den Verein“, stellte er klar.

Geehrt wurden die ehemaligen Vorstandsmitglieder, allen voran der ehemalige Regimentskommandeur Karsten Kontschak und sein Adjutant Malte Ekelmann.

(Von Burkhard Ohse)

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