„Alle helfen mit“

Schülerfirma „Jogu“ bietet festliches Gebäck und Dekoration auf Weihnachtsmarkt in Croya

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Alle backen fleißig mit: Auch die 8. Klasse ist in die Schülerfirma „Jugo“ der Johannes-Gutenberg-Schule in Rühen eingebunden. Nico Stanic (v.l.), Mara Czember und Marvin Benz formen Schneeflocken.

Rühen. An der Johannes-Gutenberg-Schule in Rühen hat sich eine Schülerfirma gegründet. Als erstes großes Projekt wird sie heute einen Stand beim Weihnachtsmarkt in Croya besetzen.

Kapital, Umsatz, Gewinn – die 10. Klasse der Hauptschule in Rühen muss sich damit auseinandersetzen. Momentan kennt sie nur eins: Arbeiten. Denn das gute Dutzend Schüler hat eine Firma gegründet. „Jugo“ will am heutigen Samstag auf dem Weihnachtsmarkt in Croya Selbstgebackenes und -gebasteltes anbieten.

Die Idee hatte die kommisarische Schulleiterin Katrin Kraschewski. Zusammen mit Carola Kehlau, der Klassenlehrerin der 10., informierte sie sich auf einem Seminar über Schülerfirmen.

In Rühen kam die Idee gut an. Schnell war klar: Die Schüler wollen Backwaren verkaufen. Ihr Startkapital erhielten sie durch Spenden. Die Lehrerschaft gab dazu noch einen Kredit – „natürlich zinslos“, lacht Kraschewski. Der Name Jugo und das Logo entwarfen die Jungunternehmer zusammen mit der Sozialpädagogin Antje Kampe. Schon konnte es losgehen: Sie verkauften die ersten Waffeln im Café während der Pausen.

Die Schüler wissen dabei genau, wofür sie arbeiten.

Katrin Kraschewski

Auch die Verpackung ist aus nachhaltigen Materialien: Jugo verkauft heute Selbstgemachtes und -gebackenes in Croya.

Mittlerweile hat Jugo Subunternehmer: Die 8. Klasse backt, die 9. hilft beim Herstellen von Weihnachtsdeko. „Alle helfen mit“, freut sich Kraschewski. „Wir sind eine kleine und sehr familiäre Schulgemeinschaft.“ Auch das Kollegium ist voll eingespannt. Wer kann, stellt seinen Unterricht auf die Firma ein: In Kehlaus Hauswirtschaftskurs wird gebacken, in Walter Nüsses Technikkurs Weidenholz bearbeitet und die Buchhaltung wird in Kraschewskis Wirtschaftskurs behandelt. Die Schüler stört die viele Arbeit nicht: „Backen macht mir noch Spaß“, sagt Mara Czember. Sie backt zusammen mit anderen Achtklässlern Schneeflocken – das zarte Gebäck zerfällt auf der Zunge – im Hauswirtschaftsraum. Langfristig sollen eigene Geräte für die Firma angeschafft werden. „Wir dürfen ein wenig Gewinn erzielen, aber der wird dann auch investiert“, sagt Kraschewski.

Wie andere Unternehmen auch, müssen die Schüler ihr Kapital verwalten, Gewinnmargen kalkulieren und mehr. Die Bäcker haben eine Hygienebelehrung vom Gesundheitsamt bekommen. „Das ist nicht nur ein Spiel“, sagt Kraschewski. Deshalb setzt Jugo nur nachhaltige Materialien ein, kein Plastik. So soll auch unternehmerische Verantwortung erlernt werden. „Die Schüler wissen dabei genau, wofür sie arbeiten, haben danach etwas in der Hand“, so Kraschewski.

Am heutigen Samstag, 1. Dezember, hat Jugo einen Stand auf dem „Croyaer Weihnachtsmarkt mit Herz“, der um 11 Uhr öffnet. Es wird eigene Deko aus Naturmaterialien sowie selbstgemachte Kekse und Marzipan gegen.

Von Dennis Tesch

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