Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert hält an nachhaltiger Lösung fest

„Schluss mit Mutmaßungen um den Ohresee“

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Blick auf den Ohresee.

ola Brome. Davon, dass in den sozialen Medien über den Ohresee in Brome so viel (Unsinn) geschrieben wird, hält Bürgermeister Gerhard Borchert gar nichts. Um vorerst einen Strich unter die vielen Mutmaßungen zu ziehen, hatte er gestern Nachmittag ins Rathaus geladen.

„Seit vielen Jahren haben wir Probleme, die mit dem Fischsterben begannen“, berichtet Borchert. 

Gerhard Borchert.

Damals habe man eine Anlage mit variablen Lüftungsschläuchen eingebaut, um den Sauerstoffgehalt im See wieder zu erhöhen. Das sei bis vor knapp vier Jahren gut gegangen, als das Gewässer erneut umgekippt ist und durch die Blaualgen das Fischsterben erneut begann. Auf der Suche nach Möglichkeiten gelang es, ein landesweites Forschungsprojekt nach Brome zu holen und per Ultrabeschallung das Problem mit den Algen in Griff zu bekommen.

Zwar lief das Projekt im Januar aus, aber dennoch ist das Ultraschall-Gerät weiter im Einsatz – dank der Finanzierung der Gemeinde. Parallel wird auch der Sauerstoffgehalt gemessen. „Jegliches Material, was am Sauerstoff zehrt, wird durch den Schall zerstört.“ Die Wasserqualität hat sich nachweislich verbessert. Durch ein Gewitter im April ist allerdings das Ultraschallgerät ausgefallen, was jedoch erst nach knapp vier Wochen entdeckt wurde. „Die Firma in Berlin ist nicht mal eben um die Ecke. Die Sauerstoffgehalte vor dem Hochwasser gingen gen Null“, sagte Borchert. Schnell musste gehandelt werden. Wilfried Klopp holte ein Belüftungsgerät aus Berlin, ein zweites kam dann später hinzu. Ein Gerät kann 50 Quadratmeter des etwa 3 Hektar großen Sees belüften. „Dienstagabend wurde ein neues Ultraschallgerät installiert, damit ist das Fischesterben erstmal abgewendet“, freut sich Borchert. Er zollt Klopp, der Natur- und Angelvereinigung sowie dem Aller-Ohre-Verband großen Dank. Die beiden Belüftungsanlagen sind anfangs notwendig, um den Sauerstoffgehalt hochzubekommen – danach schafft das die Ultraschallanlage alleine.

Eine Lösung auf Dauer kann das nicht sein – schon gar nicht mit Blick auf die Kosten, das weiß auch Borchert. Dadurch werden ja nicht die Ursachen bekämpft. Nun wolle man Erkenntnisse gewinnen, durch welche chemischen Reaktionen die Probleme ausgelöst werden, um dagegen anzugehen. „Für eine Kernsanierung des Sees, was neben dem Bau eines Vorklärbeckens die nachhaltigere Variante wäre, brauchen wir finanzielle Unterstützung. Daher sind die wissenschaftlichen Daten auch so wichtig.“ Die Berliner Firma stellt das Ultraschallgerät zwar noch kostenlos zur Verfügung, die Auswertungen und das ganze Drumherum bezahlt aber die Gemeinde. Wann mit den Auswertungen zu rechnen ist, vermochte Borchert gestern nicht zu sagen.

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