Rauchmelder werden Pflicht / Feuerwehr Parsau beteiligt sich morgen am bundesweiten Aktionstag

Schlafende Nasen riechen schlecht

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Rauchmelder können Leben retten. In Niedersachsen wird die Installation von Rauchmeldern in Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren ab 1. November zur Pflicht.

Brechtorf. Schlafende Nasen riechen nichts, dabei verunglücken die meisten Brandopfer nachts in den eigenen vier Wänden. Gefährlich ist nicht nur das Feuer. Die meisten Brandopfer sterben an einer Rauchvergiftung.

Rauchmelder retten Leben, denn der laute Alarm des Rauchmelders warnt die Menschen auch im Schlaf.

Bundesweit wird am 13. April der Rauchmeldertag veranstaltet. Der erste Rauchmeldertag startete anlässlich der Fachmesse Security in Essen am Freitag, 13. Oktober 2006. Zum dritten Mal beteiligt sich die Freiwillige Feuerwehr Brechtorf an der Aktion. „Wir wollen dazu beitragen, die Sicherheit der Brechtorfer Familien zu verbessern“, informiert Schriftführer Jens Thurow. Vor vier Jahren habe man die Rauchmelder noch direkt zu Hause den Familien übergeben. Es sei aber sehr aufwendig gewesen, jedesmal einen Termin zu finden. „Deshalb ist es schöner und einfacher, die Rauchmelder den Familien direkt am Feuerwehrgerätehaus zu übergeben.

Im Rahmen der Aktion „Rauchmelder für Brechtorfer Kinder“ wird der stellvertretende Ortsbrandmeister Christian Hoppe am morgigen Freitag um 16 Uhr Rauchmelder an Eltern verteilen, deren Kinder 2011 und 2012 geboren wurden. „Auslöser der Aktion war eigentlich die bisher fehlende Rauchmelderpflicht – und natürlich wollten wir generell ein bisschen auf die Feuerwehr aufmerksam machen“, erläutert Thurow im IK-Gespräch. Nun habe sich die Situation etwas geändert. Vor einem Monat hat das Land Niedersachsen die Bauordnung geändert (siehe Infokasten). Die Eltern selbst, so informiert Thurow weiter, seien positiv überrascht, dass sie ohne eine Gegenleistung etwas geschenkt bekommen. „Natürlich“, so Thurow, „erklären wir auch die Handhabung der Rauchmelder, die verschiedenen Funktionen und so weiter.“

Zum ersten Mal wird am Freitag die Aktion Kinderfinder vorgestellt. Wenn es brennt, können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Kinder wissen nicht, wie sie sich vor Rauch und giftigen Gasen schützen sollen. Sie sind oft so verängstigt, dass sie sich vor den Flammen verstecken und nicht von selbst auf sich aufmerksam machen.

Deshalb ist es für die Feuerwehr oft schwer festzustellen, ob und wo sich noch Kinder im Gebäude befinden, wenn ein Haus- oder Wohnungsbrand fortgeschritten ist. Aus diesem Grund hat die VGH in einer Gemeinschaftsaktion der öffentlichen Versicherer in Niedersachsen mit dem Landesfeuerwehrverband Niedersachsen den so genannten Kinderfinder entwickelt.

Wie Thurow erklärt, handelt es sich um einen stark reflektierenden, etwa acht Zentimeter großen Aufkleber. Das neongelbe Warndreieck zeigt ein Kind mit Teddy. So wissen Feuerwehrleuter, dass sich hinter einer Tür mit diesem Aufkleber noch ein Kind befinden könnte.

Von Carola Peiser

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