Teil des Gotteshauses hat sich verschoben / Uhr funktioniert nicht mehr

Der schiefe Turm von Parsau

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Die Zeiger der Parsauer Kirchturmuhr stehen still: Durch den abgerutschten Turm ist die Uhr im Moment nicht in Betrieb zu nehmen.

Parsau – Eine stehengebliebene Uhr bringt das Zeitgefühl gehörig durcheinander. Aber in Parsau starrt ein ganzes Dorf auf regungslose Zeiger. Die Uhr im Kirchturm funktioniert seit zwei Monaten nicht mehr und ein Ende ist nicht in Sicht.

Doch ist es weniger die Uhr, die den Einwohnern und der Kirche Kopfschmerzen bereitet, sondern die Ursache: Der Kirchturm hat sich verschoben und blockiert damit die Uhr.

„Die Uhr ist außer Betrieb“, bestätigt Pfarrer Joachim Schreiber im IK-Gespräch. „Seit knapp zwei Monaten funktionieren beide Ziffernblätter nicht mehr.“ Immer wieder wurde versucht, die Uhr in Gang zu bringen – doch bisher vergeblich. Eine zeitnahe Reparatur ist nicht in Sicht. „Es geht weniger um die Uhr, sondern mehr um den Turm“, erklärt der Pfarrer aus Parsau. Denn der Kirchenturm ist seit Anfang des Jahres gekippt und verhindert so auch eine reibungslose Inbetriebnahme der Kirchenuhr. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, so hat sich das Bauwerk von seinem ursprünglichen Platz entfernt. Der Turm hat sich zum Kirchenschiff verschoben und verhindert dadurch den reibungslosen Betrieb der Uhr.

„Das Baureferat der Landeskirche Braunschweig ist an der Sache dran“, macht Schreiber allen Bewohnern aus Parsau Mut, die den Blick auf die funktionierende Kirchenuhr vermissen. „Aber das ist ein größeres Anliegen. Der Turm muss erst wieder in seinen herkömmlichen Zustand befördert und restauriert werden.“ Erst dann könne sich um die Uhr gekümmert werden.

Eine Erklärung für das Kippen kann die lange Trockenheit sein, die dem Untergrund des Turms geschadet hat. „Der Turm ist von 1910, das Kirchenschiff von 1829.“ Es könnte auch einfach Zeit für eine Renovierung sein. „Schwierig zu sagen“, findet Schreiber.

Auf die Kirche und ihre Gemeinde wird ein weiteres Projekt warten. Denn auch die Glocken des Turms müssen unabhängig von dem Schiefstand erneuert werden. „Die alten Stahlglocken bedürfen eines Austauschs.“ Die Einwohner verzichten schon seit einer geraumen Weile auf das Tagesläuten. „Wir haben versäumt, die Glocken rechtzeitig zu ersetzen“, räumt Schreiber ein. Doch das werde nun angepackt. „Ich bin guter Dinge.“

Was geplante Kosten angeht, dazu kann Schreiber bis jetzt noch nichts sagen. „Wir müssen auf das Baureferat warten.“ Dann wisse er mehr. „Die Einwohner in Parsau können auf jeden Fall sicher sein, dass sich um das Problem gekümmert wird.“ Bis dahin werden sie jedoch auf eine funktionierende Kirchturmuhr verzichten müssen.

VON HILKE BENTES

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