Nach Schicksalsschlag

Pietätlose Botschaft an Acker: Landwirtschafts-Familie ist fassungslos

Zwei Männer stehen auf einem Acker in der Samtgemeinde Brome.
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Nur wenige Tage nach dem Tod eines Landwirts aus der Samtgemeinde Brome fand dessen Familie eine diffamierende Botschaft auf ihrem Acker vor. Zurück bleiben Fassungslosigkeit und Wut.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Nach einem Schicksalsschlag hat eine Landwirts-Familie aus der Samtgemeinde Brome eine diffamierende Botschaft an ihrem Acker gefunden.

Samtgemeinde Brome – Fassungslos ist eine Landwirts-Familie aus der Samtgemeinde Brome über das, was sie am vergangenen Freitag auf ihrem Acker vorgefunden hat. Und das zu einer Zeit, die ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Vor nicht einmal zwei Wochen starb das Familienoberhaupt. Und einige Tage später fand die Familie eine „pietätlose, geschmacklose und in Worten nicht zu beschreibende“ Botschaft an ihrem Acker vor.

„Hier starb ein Landwirt an Glyphosat.“ Das ist der Satz, der am vergangenen Freitag auf einem eingeschweißten Zettel zu lesen war und an einem grünen Mahnkreuz auf einer Brachfläche der Familie befestigt wurde. Notdürftig, die Schritte des Unbekannten waren am Freitagmorgen im aufgetauten Schneematsch eindeutig zu erkennen, wie gestern der Sohn des Verstorbenen im IK-Gespräch schilderte. „Sie haben in die nahe Siedlung geführt“, sagte er. Eigentlich wollte er an diesem Morgen nur nach dem Wintergetreide sehen, als er auch an der Brache vorbeifuhr und dort einen Zettel erkannte, der an dem grünen Holz befestigt war. Schon einmal hatte er dort einen ähnlich großen Zettel vorgefunden. „Aber den habe ich abgerissen und nicht nachgeschaut, was dort stand.“

Die Kreuze an den Straßenrändern sollen den Protest der Landwirte gegenüber den Regulierungen im Bezug auf die verschärfte Düngeverordnung darstellen (das IK berichtete mehrfach) und als Mahnmal gegenüber Politik und Gesellschaft dienen. Aufmerksam auf die Arbeit machen, die die Betroffenen unter den derzeitigen Bedingungen zu leisten versuchen, wie Gifhorns Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse ergänzt. Auch er ist bestürzt über die Diffamierung.

Geschmacklose Botschaft

Als die Familie die Aufschrift des Zettels sah, waren da Wut und Fassungslosigkeit. Ausschließen, dass es sich bei der „geschmacklosen Botschaft“ um ein Versehen gehandelt habe, könne man natürlich nicht, so der Sohn. Zumindest in der Hinsicht, dass der unbekannte Schreiber nicht wusste, dass der Eigentümer der Fläche erst kürzlich tatsächlich verstorben war. „Aber für wahrscheinlicher halte auch ich, dass es sich dabei um pure Absicht handelte“, so Böse. Die Trauer einer Familie auszunutzen, sie zu verletzen, um radikale Ansichten zu landwirtschaftlichen Themen wie der Düngeverordnung zu verbreiten, das gehe entschieden zu weit. Die Familie erwägt nun, Anzeige zu erstatten: „Hier wissen die Menschen eigentlich, dass der Acker zu uns gehört.“ Und der vorgefundene Zettel sei frisch gewesen, „der Regen hätte dem Papier sonst viel mehr zugesetzt“.

Diese Nachricht fand die Familie an ihrem Acker vor.

Die Diskussion in und um die Landwirtschaft sei das Eine, sagte der Landvolk-Geschäftsführer, „aber diese Botschaft ist so geschmacklos, dass ich dafür wirklich keine Worte habe.“

Schon längst gehe es dabei nicht mehr um inhaltliche Themen, die die Menschen mit solchen Diffamierungen verbreiteten, so Böse. Das Beispiel in Form des Zettels an dem grünen Holz zeige den Diskussionsstil nur allzu gut. Denn er gehe weit über das Menschliche hinaus.

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