Papiersparen mit moderner Technik

Samtgemeinde Brome führt interaktive Ratsarbeit ein

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Das 21. Jahrhundert steht bisher im Zeichen mobiler Endgeräte. Sie sollen der Samtgemeinde Brome helfen, durch die interaktive Ratsarbeit Papier zu sparen. 

Rühen – Die ersten 18 Jahre des neuen Jahrtausends sind bereits vorbei und die Technisierung schreitet immer rasanter voran. Smartphones, Tablets und Co haben das Leben und Arbeiten in vielen Bereichen verändert.

Auch der Rat der Samtgemeinde Brome will bald von der Technik profitieren: Ab September dieses Jahres soll die Ratsarbeit papierlos ablaufen.

Einladungen, Beschlussvorschläge sowie Erläuterungen, Grafiken und Tabellen als Anlagen: Bei der Ratsarbeit kommen schnell mal ein paar Seiten zusammen. Mit Einführung der interaktiven Ratsarbeit soll zukünftig mit Tablets und ähnlichen Endgeräten gearbeitet werden. Das soll eine bessere Übersicht verschaffen und eine Menge Papier sparen. Nur als Beispiel: Alleine diese relativ knappe Vorlage hatte einen Umfang von acht DIN A4-Seiten, und auf der Tagesordnung der jüngsten Samtgemeinderatssitzung standen noch 23 weitere Punkte.

Die Ratsmitglieder waren sich daher auch einig, dass Papier zu sparen eine gute Idee sei. Die Verwaltung peilte den 1. September als Stichtag für die Umstellung an, drei Monate soll dann noch eine doppelte Einladung – elektronisch und in Papierform – erfolgen. „Je eher, desto besser“, forderte Astrid Leibach (Grüne) und schlug den 1. April für die Umstellung vor. Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann erklärte, dass der September schon das frühestmögliche Datum sei.

Denn für die Umstellung stehe noch einiges an: Die Ratsmitglieder müssten sich die entsprechenden Geräte kaufen. Dafür erhalten sie einen einmaligen Zuschuss von 400 Euro. Der IT-Verbund empfahl die Anschaffung von Apple-Geräten, aber auch Windows- oder Android-Geräte würden funktionieren. Kosten entstehen auch durch die Einrichtung eines WLAN-Netzes im Bromer Rathaus: Mit rund 11.000 Euro wird kalkuliert. Dafür soll es dann auch für die Besucher des Rathauses ein frei zugängliches WLAN geben.

Obwohl alle Ratsmitglieder die papierlose Ratsarbeit begrüßten, gab es doch eine längere Diskussion. Dirk Fricke (CDU) meldete starke Datenschutz-Bedenken an. „So sicher, wie die einem das versprechen, kann man das System nicht machen.“ Andere machten sich eher Sorgen um die Bedienbarkeit, die SPD-Fraktion forderte einen Einführungskurs. Der sei ohnehin für alle eingeplant, versicherte Peckmann. Auch Frank-Markus Warnecke (Grüne) versuchte, die Zweifel gegenüber der Bedienbarkeit der Technik zu entkräften: Er arbeite schon länger im Kreistag mit dem System, und das sei sehr einfach. Für Sitzungen in Gegenden, in denen das Mobilfunknetz nur unzureichend ausgebaut sei, könne man sich die Daten vorher herunterladen. „Im Notfall kann man immer noch etwas ausdrucken“, sagte Peckmann. „Aber eine Entlastung spüren wir nur, wenn wir komplett umgestellt sind.“ Die Umstellung zum 1. September wurde mit zwei Gegenstimmen beschlossen.

Von Dennis Tesch

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