Gemeinde Rühen fordert: An der Schule nur noch einseitig befahren lassen / Landkreis lehnt Ansinnen ab

Sackgasse bei Einbahnstraße

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Um die Verkehrsbelastung An der Schule zu verringern, wollte die Gemeinde Rühen dort eine Einbahnstraßenregelung einführen. Der Landkreis wies dies mit dem Hinweis auf eine Stellungnahme der Polizeiinspektion Gifhorn zurück.

Rühen. Da An der Schule in Rühen eine neue Kita geplant ist, wollte die Gemeinde dort eine Einbahnstraßenregelung einführen. Dieses Anliegen ist nun zum zweiten Mal vom Landkreis abgelehnt worden.

Die Samtgemeinde Brome plant eine neue Kita auf ihrem Gelände neben der Grundschule in Rühen.

In einer Fragestunde im Anschluss an eine Sitzung des Gemeinderats Rühen äußerten Anwohner Bedenken bezüglich der Verkehrslage. „Die Situation ist durch die Schule schon angespannt, wenn da jetzt noch 200 Kinder mehr von ihren Eltern gebracht werden, wird sich die Lage verschärfen“, erklärt Rühens Bürgermeister, Karl Urban. „Um die Straße zu entlasten und für einen einigermaßen vernünftigen Verkehrsfluss zu sorgen, haben wir eine Einbahnstraßenregelung vorgeschlagen.“ Demnach wäre die Straße An der Schule nur noch von der Seite des Drömlingswegs aus zu befahren.

Der Landkreis Gifhorn überprüfte diesen Vorschlag und lehnte ihn nun zum zweiten Mal ab. Beim ersten Mal wurde missverständlich angenommen, auch der Drömlingsweg sollte eine Einbahnstraße werden. Die Ablehnung einer entsprechenden Regelung An der Schule wurde mit Hinweis auf eine Stellungnahme der Polizei verworfen.

„Die Polizei wird in diesem Fall nur angehört, die Entscheidung lag beim Landkreis“, betont Winfried Enderle von der Polizeiinspektion Gifhorn im IK-Gespräch. „Wir sahen dort keine dringende Notwendigkeit, eine Einbahnstraßenregelung einzurichten.“ Demnach sei die Unfalllage sehr gut, es gebe lediglich kleinere Vorfälle und diese nicht allzu oft. Auch der Ausbau der Straße – sie ist 5,50 bis 6 Meter breit – gebe keinen Grund her. Die spitzwinkligen Einmündungen Am Börnecken und Am Gemeindehaus wären hingegen mit einer Einbahnstraßenregelung problematisch. Da die Verkehrsbelastung zu Hol- und Bringzeiten der Kinder nur temporär ist, eine Einbahnstraßenregelung aber immer vorliege, sie auch an Radfahrer zu denken. „Mit dem Fahrrad müsste man dann einmal ums Karree“, so Enderle. Zudem sieht er einen großen Vorteil einer beidseitig befahrbaren Straße: An der Straßenseite abgestellte Fahrzeuge entschleunigten den Verkehr. Einseitiger Verkehr könnte ungehindert und deutlich zu schnell An der Schule vorbeifahren. „Da sehe ich eine Gefahr, Unfälle mit Fußgängern sind stark geschwindigkeitsabhängig.“

Urban will nun auf die Eröffnung der Kita warten, bevor er erneut einen Antrag stellen kann. Sollten die Anwohner wie befürchtet über den Verkehr klagen, „gehen wir auf die Barrikaden.“

Von Dennis Tesch

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