Mega-Maßnahme bereits gestartet

20 Millionen Euro für Rühens Schulen

Rühens Hauptschule
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Ein Mega-Projekt steht für die Umgestaltung von Rühens Schulstandort bereit. Der erste Bauabschnitt läuft bereits.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Rühen – 20 Millionen Euro – das ist die Summe, die über dem Schulstandortprojekt Rühen schwebt. Wenn sie denn nach Abschluss aller Baumaßnahmen überhaupt reichen wird, im Moment geht man bei der Samtgemeindeverwaltung durch steigende Kosten von einer noch höheren Summe aus. Eine aufwendige Renovierung, die Erschaffung neuer Gebäude und völlig veränderte Strukturen: Ein solches Projekt hat es in der Samtgemeinde Brome noch nicht gegeben. 2019 wurde die Mega-Maßnahme mit den ersten beiden Bauabschnitten vom Samtgemeinderat auf den Weg gebracht. Bis 2027 – oder darüber hinaus – könnte es dauern, bis sich die Realschule an den Standort der Hauptschule anschließt und die Grundschule den jetzigen Standort bedarfsgerecht ausgebaut bekommt.

Das Ziel der Maßnahme

Real- und Hauptschule sollen sich künftig einen Standort teilen. Bisher befinden sich Grund- und Realschule an einem Platz. 500 Meter entfernt liegt die Hauptschule. Rühens Großturnhalle eignet sich jedoch bestens für den gesamten Sekundarbereich I und dessen sportlichen Anforderungen. Mit der Standort-Zusammenlegung der beiden Schulen können die Einrichtungen erhalten und modernisiert werden. Und damit wird Platz für den Bereich der zukünftigen, großen Grundschule geschaffen, die dann auch den derzeitigen Realschulstandort mitnutzen wird. „Und auch mit dem derzeitigen Bau der sechszügigen Kindertagesstätte passt das einfach“, sagt Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann. Das endgültige Konzept habe viele Diskussionen in der Vergangenheit hinter sich gelassen. „Es gab bei dem Schulstandort unzählige Fragen zu klären.“ Aber der Bedarf im Kita- und im Schulbereich habe dieses Konzept schließlich vorangetrieben.

Ein Mammutprojekt, diese Bezeichnung wäre wohl noch untertrieben. Im vergangenen Sommer ist die erste Maßnahme gestartet (das IK berichtete), als die Fenster der Grundschule samt Sonnenschutz erneuert worden. Und in diesem Jahr soll es weitergehen. „Dann sollen auch die Fenster an der jetzigen Realschule ausgetauscht werden“, berichtet Andrea Tietge, Bauamtsleiterin der Samtgemeinde. Die kalkulierten Kosten allein für den ersten Bauabschnitt mit 160 neuen Fenstern liegen bei rund 950 000 Euro. Damit die Grundschüler ihren eigenen Standort erhalten, soll der massive Klinkerbau den pädagogischen und baulichen Ansprüchen genügen. Teilgebäude müssen im Laufe des Projekts abgerissen werden. Geplant wird der Neubau des Erdgeschosses der derzeitigen Realschule mit neuer Grundschulverwaltung, einem Sanitärtrakt und Nebenräumen.

Außergewöhnliche Anforderungen

Dieses Projekt, das macht Peckmann deutlich, ist neben dem riesigen Finanzvolumen auch in anderen Bereichen außergewöhnlich. „Es gibt kaum Verfügungsraum für die Schüler.“ Keinen Ort also, an den man ausweichen könnte, um in Ruhe zu bauen. Deshalb sieht der zweite Bauabschnitt auch schon den Neubau des Erweiterungsgebäudes an der derzeitigen Hauptschule vor. Damit sollen ausreichend Klassenräume erschaffen werden, um den Standort als spätere Haupt- und Realschule ausweisen zu können. Kostenpunkt für den Neubau: vermutlich bis zu 6,9 Millionen Euro. Erst mit diesem neu geschaffenen Platz kann es am großen Grundschulstandort überhaupt so richtig losgehen. Teile der Grundschule müssen dann mit dem Flachdachbereich abgerissen werden. Später sollen eine neue Pausenhalle, eine Mensa und die Ausgabeküche für die Grundschüler errichtet werden.

In der Samtgemeinde gab es in den vergangenen Wochen Diskussionen rund um den Zustand der derzeitigen Realschule. „Vonseiten der Realschule wurde das Gefühl geäußert, hinten runter zu fallen“, erklärt die Samtgemeindebürgermeisterin. „Ich denke, nicht allen war bewusst, was genau wir dort im Detail planen.“ Deshalb kann sie die Rückfragen verstehen. „Aber natürlich macht es für uns keinen Sinn, in Gebäude zu investieren, die wir in den kommenden Jahren abreißen werden.“ So hätten sich die Fragen der Verantwortlichen der Realschule aus der Welt schaffen lassen. „Wir haben da noch einmal im Detail aufgezeigt, was dort alles passieren wird.“

20 Millionen Euro – oder noch mehr. „Wir werden da sehr viel mit Krediten arbeiten müssen, um das zu stemmen“, sagt Peckmann. Auf die Frage, ob sich die Samtgemeinde Brome ein solches Volumen überhaupt leisten kann, antwortet Peckmann: „Eigentlich nicht. Durch die Beitragsfreiheit im Kitabereich hat sich die Finanzlage auch nicht verbessert.“

Aber man könne sich nicht der Situation um die modernisierungswürdigen Gebäude und des großen Bedarfs verschließen. „Das Projekt wird uns lange begleiten, das steht fest.“

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