Lösungen nach Vandalismus und Randale gesucht / Gelangweilte Halbstarke unter Verdacht

Rühener bleiben im Dunkeln zu Hause

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Dieser Kreisel am Rühener Ortsausgang wurde erst Ende letzten Jahres fertig und mindestens zwei Mal wurde einfach über ihn hinweg gefahren. Zuletzt wurde eine Bushaltestelle im Ort demoliert. In der Samtgemeinde Brome ringt man um Lösungen.

Rühen. Immer wieder Vandalismus in der Samtgemeinde Brome: Während Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert die Polizei in der Pflicht sieht, für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen, ist Rühens Bürgermeister sogar soweit, eine Security-Firma anzuheuern, die am Wochenende für Ordnung sorgt und weitere Zerstörungen verhindern soll (das IK berichtete).

Seitens der Polizei spricht man lediglich von einer gefühlten Zunahme des Vandalismus handeln und die Samtgemeinde Brome mit zu einer der sichersten Samtgemeinden im Landkreis Gifhorn gehören. Das IK wollte wissen, wie das Empfinden bei den Rühener Bürgern aussieht und fragte nach.

Fest steht: Über den Vandalismus und die Zerstörungswut in der Gemeinde ärgert sich jeder – und die meisten gehen davon aus, dass es sich um Jugendliche handelt, die sich langweilen. Viele Bürger trauen sich im Dunkeln auch nicht mehr raus. Es keimt der Wunsch nach einer Straßenbeleuchtung während der ganzen Nacht – auch wenn aus Kostengründen nur jede zweite oder dritte Straßenlaterne brennt. Einig sind sich viele darin, dass den Jugendlichen mehr geboten werden müsse, damit sie sich nicht mehr langweilen. Ein Jugendtreff reiche nicht aus, denn die Jugendlichen würden trotzdem an den Bushaltestellen rumlungern. Ferner hätten auch die Eltern die Verantwortung, ihre Kinder „richtig“ zu erziehen.

Geteilter Meinung sind die Bürger in puncto Security-Firma. „Ob man das Geld in Renovierungsarbeiten steckt oder in einen Security-Service wird sich nicht viel nehmen, warum nicht ausprobieren?“, sagen die einen. Andere würden eher einen Sozialarbeiter sehen, der sich mit den Jugendlichen beschäftigt. „Der Security-Service wird nach hinten losgehen, man weiß ja gar nicht, was die sich alles anmaßen“, ist Oliver Hering aus Eischott der Ansicht. Man müsse an die Vernunft der Jugendlichen appellieren und ihnen einen Treffpunkt bieten, den sie auch nutzen, denn kaum ein Jugendlicher würde noch einem Verein beitreten. „Vieles liegt aber auch an der antiautoritären Erziehung der Eltern“, ist Hering überzeugt.

Sabine Lalla aus Rühen setzt auf eine stärkere Polizeipräsenz. „Andererseits ist das Gebiet einfach zu groß, als dass man sich sicher fühlen kann“, so die Rühenerin. Die Beamten seien einfach überfordert, es gebe nicht genug Leute, die eingesetzt werden können.

Ob an den Wochenenden in der Gemeinde Rühen eine Security-Firma für weniger Randale sorgt, wird sich zeigen. Schlussendlich wird sich der Rat mit diesem Vorhaben auseinandersetzen müssen.

Von Carola Hussak

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