Ehepaar sucht neue Herausforderungen / Abschieds-Gottesdienst am 23. Juni

Rühen: Pastor Brunotte geht nach Namibia

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Zieht es von Rühen nach Namibia: Pastor Utz Brunotte und seine Frau Christine.

Rühen – Nach acht Jahren in Rühen zieht es Pastor Utz Brunotte weiter. Sehr viel weiter: Ab dem 1. September wird er als Pastor in Namibia tätig sein. Sein Abschiedsgottesdienst findet schon am 23. Juni statt.

Schon länger hatte Brunotte mit seiner Frau über einen Ortswechsel gesprochen.

„Bekannte von uns sind in Venedig und Sizilien“, sagt der Pastor im IK-Gespräch. „Das sind natürlich sehr attraktive Posten.“ In Italien waren keine Stellen von der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgeschrieben. Aber in Namibia, einer ehemaligen Kolonie des Deutschen Kaiserreiches. „Das ist eine sehr spannende Stelle“, sagt Brunotte. Er wird dort auf einer dünn besiedelten Fläche der Größe Bayerns die deutschsprachigen Christen betreuen.

Es gibt nur zwei Orte mit richtigen Kichen, hauptsächlich wird Brunotte sich in Okahandja aufhalten, wo er auch im Pfarrhaus leben wird. „Jede Woche geht es dann zwei oder drei Tage mal in die eine, mal in die andere Richtung.“ Denn die weitgestreuten Farmen erfordern viele kleine Treffen und Gottesdienste – auch Beerdigungen finden meist auf farmeigenen Friedhöfen statt – weit ab der einzigen Teerstraße in der Region. „Das wird spannend“, sagt auch Brunottes Ehefrau Christine.

Die derzeitige Leiterin der Grundschule Ehra-Lessien freut sich auf die neue Herausforderung. „Ich gehe damit quasi vorzeitig in den Ruhestand“, sagt sie. In Namibia wird sie aber die Arbeit ihres Mannes tatkräftig unterstützen. „Das gibt uns die Möglichkeit, viel gemeinsam zu tun“, freut sich auch der Pastor. Von den ersten Freunden haben die Auswanderer sich bereits verabschiedet. „Häppchenweise geht das ganz gut“, sagt die Schulleiterin.

Auch mit der Familie sei alles geklärt. Zusammen haben die beiden fünf Kinder und bald sieben Enkel. „Da gab es vereinzelt Unmut“, sagt die Schulleiterin, „aber wir sind ja nicht aus der Welt.“ Im Notfall könne man über Nacht wieder in Deutschland sein. „Und wir haben eine sehr gute Internetverbindung“, fügt ihr Mann hinzu.

Vor Kurzem war das Paar auch schon in Namibia und Brunotte wurde zum Pastor gewählt. „Anders als hier wählt dort die ganze Gemeinde ihren Pastor“, erklärt er. Diese Unterschiede in Alltag und Geisteshaltung reizen ihn. Er verspricht sich von der vorerst auf sechs Jahre angenommenen Stelle neue Chancen und neue Ideen.

Am 23. Juni wird Brunotte mit einem besonderen Gottesdienst verabschiedet. „Propst Dr. Ulrich Lincoln wird mich von meinem Dienst entbinden“, sagt er. Dazu sind die Pfarrerschaft und die Gemeinden aus Rühen, Brechtorf und Eischott eingeladen. Um 17 Uhr geht es in der St. Pauluskirche los.

VON DENNIS TESCH

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