Bürgermeister Karl Urban über die Chancen und Pläne seiner Gemeinde im Rahmen des Raumordnungsprogramms

„Rühen muss wachsen“

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Die Neustrukturierung des Regionalen Raumordnungsprogramms könnte die Weichen für ein weiteres Wachstum Rühens stellen. Bürgermeister Karl Urban jedenfalls sieht große Chancen für seine Gemeinde.

Rühen. Durch neue Begebenheiten im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) entstehen für Rühen Chancen für ein weiteres Wachstum. Die werden laut Bürgermeister Karl Urban auch dringend benötigt.

Das RROP des Regionalverbandes Großraum Braunschweig soll für weitere zehn Jahre fortgeschrieben werden. Dabei sind aber wichtige Änderungen geplant. Zum einen fällt die Kategorie der „Standorte mit grundzentralen Funktionen“ weg, zum anderen soll die Beschränkung auf ein Grundzentrum pro Samtgemeinde aufgehoben werden. Rühen gehörte bisher zu Ersterem und könnte durch die Änderungen deutliche Vorteile genießen, da es dadurch das neue Grundzentrum neben dem Flecken Brome werden kann.

Bürgermeister Karl Urban

„Die Verantwortlichen haben mir versichert, dass wir beste Aussichten darauf haben, im Laufe des Jahres Grundzentrum zu werden“, berichtet Rühens Bürgermeister Karl Urban im IK-Gespräch. Die Bevölkerung der Gemeinde sei jetzt schon größer als die des Flecken Brome, um ein weiteres Grundzentrum komme man gar nicht herum. „Was wir an Bauplätzen verkaufen und ich sehe immer mehr junge Schwangere hier, eine Erweiterung ist unbedingt erforderlich“, fordert Ortschef Urban.

Als Standort mit grundzentralen Funktionen war Rühen bisher im Wachstum eingeschränkt, etwa durften laut Urban nur Flächen bis zu 800 Quadratmetern veräußert werden. Mit den Änderungen des RROP sieht das ganz anders aus: „Wir wollen größere Discounter herholen, die dann auch eine breitere Auswahl an Waren anbieten“, plant Urban. Zudem soll Rühen eine neue Drogerie bekommen, auch ein Bekleidungsgeschäft fände Urban passend. „Sie haben gar nicht so viel Tinte im Füller, wie wir bauen wollen“, scherzt der Bürgermeister.

Neben ausgeprägteren Einkaufsmöglichkeiten sollen aber vor allem die Grundbedürfnisse der Anwohner befriedigt werden können. „Unsere Schulen platzen aus allen Nähten“, bedauert Urban. Darum sollen sowohl die Schulen als auch die Kindertagesstätten erweitert werden. Zusammen mit der Samtgemeinde habe man schon einen neuen Bebauungsplan aufgestellt und alles vorbereitet.

Rühen ambitioniertestes Projekt wird das geplante Ärztehaus, für das sich schon ein Investor gefunden hat (das IK berichtete). Ebenfalls in Absprache mit den Gemeinden Barwedel, Bergfeld, Brome, Parsau und Tiddische plant Urban dort ein Gesundheitszentrum entstehen zu lassen. Die Diakonie habe schon Interesse an dem Standort bekundet, zusammen mit Seniorenheim und Tagespflege könnte dort etwas Größeres entstehen, dass vielen Leute aus der Region zugutekäme.

Der Bürgermeister erwartet künftig eine weitere Attraktivitätssteigerung seiner Gemeinde. Schon jetzt habe man durch die Lage im Speckgürtel um Wolfsburg viele Neuzuzüge – eine Entwicklung, die sich laut Urban fortsetzen, vielleicht sogar intensivieren werde. Dazu rechnet er mit vermehrtem Tourismus, der durch das Biosphärenreservat im Drömling angeschoben werde. „Rühen muss wachsen“, betont Urban nochmals.

Von Dennis Tesch

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