Wilder Müll sorgt für Ärger

Rühen und Brome beklagen sich über illegal gelagerten Abfall

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Wilder Müll wird zum Problem: Mehrere Gemeinden klagen über Umweltverschmutzung in der Region.

Samtgemeinde Brome – In der Samtgemeinde Brome wird sich seit einiger Zeit über illegal entsorgten Müll beklagt. Sowohl im Flecken Brome, als auch in den Gemeinden Ehra-Lessien und Rühen wurden vermehrt Verstöße gemeldet.

Jeder Einwohner kann mit der ordnungsmäßigen Entsorgung seiner Abfälle etwas für eine möglichst saubere Umwelt tun.

Doch das Problem der illegalen Müllentsorgung greift aktuell stark um sich. Der Bürgermeister der Gemeinde Rühen, Karl Urban, ist über das rücksichtslose Verhalten einiger Menschen entsetzt. „Es ist eine Schweinerei, was wir jede Woche in unserer Gemeinde beobachten.“ Der Müll werde in die Wälder geschmissen, auf die Felder gekippt oder in Straßengräben befördert. Die Liste sei beliebig austausch- und erweiterbar. Das Problem werde immer unkontrollierbarer. „Ich kann nicht einmal genau sagen, seit wann wir damit kämpfen. Aber es wird schlimmer, nicht besser.“ Die Gemeinde komme nicht weiter.

„Wir haben eine ganze Wohnungseinrichtung gefunden“, kann der Bürgermeister aus Rühen nur mit dem Kopf schütteln. „Ich frage mich immer, was in den Leuten vorgeht.“ Er verweist auf die Deponie in Wesendorf. „Der Aufwand, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, kann doch nicht so groß sein.“ Urban ist über das Verhalten der Menschen brüskiert. „Unsere Gemeindemitglieder räumen den Müll dann weg.“ Der große Aufwand stehe neben der Verärgerung auf einem anderen Blatt. Laut Urban ist die bewusste Verschmutzung der Umwelt ein Skandal.

„Am liebsten sind mir dann die Menschen, die sich beim Spazierengehen über den vollgemüllten Wald beklagen.“ Oft seien es immer die gleichen Leute, die mit Verunreinigungen auffällig werden. „Aber wir kriegen sie nicht dran“, erklärt Urban. „Wir haben schon die eine oder andere Anzeige an die Polizei getätigt.“ Bis jetzt kam es aber noch zu keinem Durchbruch. „Durch Kameras haben wir die Verstöße genau gesehen, doch in letzter Konsequenz war das Kennzeichen nicht eindeutig gewesen.“ Bis jetzt kam noch keine Anzeige zum Erfolg.

Urban appelliert an den Sachverstand der Menschen. „Es kann nicht sein, dass es hier ein so großes Problem ist.“ Den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen gehöre zur Verantwortung eines jeden Bürgers, findet der Bürgermeister. Wer ein solches Verhalten beobachtet, ist unbedingt aufgefordert, diesen Verstoß zu melden. „Es ist im Sinne aller Einwohner.“

Nicht nur in Rühen wird der illegal entsorgte Müll mit wachsendem Ärger beobachtet. Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert ist ebenfalls sauer. Er verweist auf ein weiteres Problem: „Bei uns nimmt die illegale Entsorgung von Grünabfällen immer mehr zu.“ Neben der Unsitte, den Biomüll nicht in die dafür vorgesehene Tonne zu werfen, ist es auch für die Natur gefährlich. „Die Grünabfälle können aussamen. Zum Teil sind die Pflanzen giftig und gehören eindeutig nicht in die Natur gekippt.“

Oft findet sich der Abfall auf landwirtschaftlichen und Grünflächen wieder. „Die Eigentümer dieser Flächen müssen dann den Müll von anderen Leuten entsorgen.“ Darüber kann Borchert nur den Kopf schütteln. Die Handhabe gegen die Umweltsünder bleibt auch in seiner Gemeinde schwierig. „Es ist ein dauerhaftes Problem. Ich kann nur an den Menschenverstand aller Bürger erinnern.“ Es bleibt zu hoffen, dass die Täter diese Art der Umweltverschmutzung irgendwann begreifen.

VON HILKE BENTES

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