Samtgemeinde Brome will Oberschule bis 2017/18

Rühen: Antrag für ein Gymnasium

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Rühen/Hankensbüttel. Bis zum Schuljahr 2017/18 soll in Rühen eine Oberschule mit einem gymnasialen Zweig, bevorzugt aber ein eigenständiges Gymnasium, entstehen. Diesen Antrag hat die Samtgemeinde Brome beim Landkreis Gifhorn gestellt.

Dies teilte Erste Kreisrätin Evelin Wißmann während der Sitzung des Kreisausschusses für Schule und Sport mit.

Die Entscheidung, einen gymnasialen Zweig oder ein Gymnasium in Rühen zu errichten, könnte auf absehbare Zeit durchaus Sinn machen. Denn immer noch gibt es keine feste Zusage der Stadt Wolfsburg, weiterhin Schüler aus dem Landkreis Gifhorn an ihren Gymnasien aufzunehmen. Um eine „Regulierung der Schülerströme aus benachbarten Gebietseinheiten“ zu erreichen, hatte Wolfsburg die Sachkostenvereinbarung zum Schuljahr 2015/16 gekündigt.

Eine neue Vereinbarung wurde ausgehandelt und kann unterschrieben werden. Die Stadt Wolfsburg wird in einem qualifizierten Anmeldeverfahren aber vorrangig Wolfsburger Schüler aufnehmen. Die freien Plätze können an auswärtige Kinder vergeben werden. Ein Anspruch für Schüler aus den Samtgemeinden Brome oder Boldecker Land, in den Gymnasien Vorsfelde oder Fallersleben einen Platz zu bekommen, besteht nicht. Und eine Beschulung im Wolfsburger Süden oder Westen wolle man den Gifhorner Schülern nicht unbedingt zumuten, erklärt Wißmann.

Zudem ist die Vereinbarung zum 31. Juli jeden Jahres mit sechsmonatiger Frist kündbar. „Diese kurzfristige Kündigung kann uns nicht zufrieden stellen“, sagte Walter Schulze (CDU). Für eine Oberschule mit gymnasialem Zweig oder ein Gymnasium in Rühen gäbe es im Landkreis Gifhorn wohl genug Schüler.

Ein Bericht der Gifhorner Verwaltung hatte ermittelt, dass 620 Schüler aus Brome und dem Boldecker Land derzeit die Wolfsburger Gymnasien besuchen. Dazu kämen 63 Lernende, die heute das Gymnasium Hankensbüttel besuchen. Angepeilt wird für die Rühener Schule, die dreizügig starten soll, die Schülerzahl von 830. Mit dem Bau eines eigenen Gymnasiums in der Gebietseinheit Brome könnte der Kreis pro Schuljahr mehr als eine halbe Million Euro an Sachkosten und Mittel für die Schülerbeförderung sparen.

Eine ähnliche Kontroverse wie mit Wolfsburg könnte sich auch mit der Stadt Braunschweig entwickeln. Denn auch die Löwenstadt hat die „Annahme externer Schüler in Frage gestellt“, so Wißmann. In diesem Jahr würden Kinder aus dem Landkreis dort noch beschult. „Wir müssen uns aber überlegen, wo wir unsere Schüler unterbringen“, meinte Wißmann.

Von Matthias Jansen

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