Naturparkverwaltung Drömling bietet Wolfs-Exkursion an / Infos zum richtigen Verhalten

Respektvoll statt leichtsinnig

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Wie verhält man sich richtig, wenn man einem Wolf begegnen sollte? Diese und weiteren Fragen konnte die Wildbiologin Antje Weber vom Wolfskompetenzzentrum Iden bei einer Exkursion beantworten.

Drömling. Auf die Spuren des Wolfes haben sich am Wochenende rund 50 Teilnehmer begeben. Angeboten hatte diese Exkursion die Naturparkverwaltung Drömling.

Während Exkursion wurden die Teilnehmer tatsächlich fündig und sahen Wolfsspuren.

Die Wildbiologin Antje Weber vom Wolfskompetenzzentrum Iden wanderte mit den Teilnehmern zu einem Wolfsrevier im Klötzer Forst zwischen Quarnebeck und Jeggau. Mit Trittsiegeln und frischen Kotmarkierungen wurde die Gruppe auch fündig.

„Es gibt zwar Nachweise von Wölfen im Drömling, die sind aber eher sporadischer Natur. Man kann eher von Wolfsbesuchen reden, sie haben sich nicht dauerhaft niedergelassen und keine Familie gegründet“, erklärte Wolfgang Sender, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Drömling, im Gespräch mit dem IK. Am Wochenende sei es aber vielmehr darum gegangen, den Teilnehmern aufzuzeigen, wie man sich bei einer Begegnung mit dem Wolf richtig verhält. „Ängstlich war keiner der Teilnehmer. Zu solchen Führungen melden sich Menschen an, die sowieso Interesse am Wolf haben“, ist Sender überzeugt.

Und wie verhält man sich bei einer Begegnung mit dem Wolf richtig? „Erst einmal ruhig stehen bleiben und auf gar keinen Fall wegrennen, denn das gleicht dem Beuteschema des Wolfes“, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter. Komme der Wolf, der von Natur aus eher scheu ist, doch auf den Menschen zu, mache er dies in erster Linie aus Neugier. Sender: „Dann muss man ihm durch Händeklatschen deutlich zeigen, dass er nicht erwünscht ist – oder sich entschlossen in Richtung Wolf bewegen. Dann tritt er den Rückzug an.“ Auch eine Wölfin mit Jungen würde niemals ohne Weiteres angreifen, sie möchte nur, dass ihrem Nachwuchs nichts passiert. „Als Zeichen der Warnung wird sie knurren und ihre Haare aufstellen, dann sollte man sich ganz langsam entfernen – die Wölfin dabei fest im Blick haben“, erläutert Sender.

Auf gar keinen Fall, betont Sender, sollte man den Kontakt zum Wolf suchen und ihn mit Futter anlocken. Das sei in vielen Nationalparks zu einem Problem geworden. „Da haben Besucher Bären aus dem Picknickkorb gefüttert. Natürlich bleiben Unfälle dabei nicht aus. Mittlerweile wird das unterbunden. Ranger sind im Einsatz und kontrollieren. Werden Besucher erwischt, müssen sie mit einer saftigen Geldstrafe rechnen und gegebenenfalls mit einem lebenslangen Besuchsverbot. Wichtig ist, dass seitdem die Übergriffe gen Null gehen“, freut sich Sender. Und so wurde am Wochenende auch an die Achtsamkeit der Teilnehmer appelliert, nichts Essbares liegen zu lassen. Ortsränder gehören zum Streifzug eines Wolfes. „Hat er einmal etwas zu fressen gefunden, kommt er immer wieder“, informiert Sender und gibt zu bedenken: „Man darf einfach nicht vergessen, dass der Wolf ein Raubtier ist, dem man nicht ängstlich, aber auch nicht leichtsinnig, sondern mit Respekt begegnen soll.“

Von Carola Hussak

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