Ohre präsentiert sich im Flecken im neuen Gewand

Rasengittersteine ade: Eine schöne Achse für Brome

(Fast) fertige Ohre: Es fehlen nur noch einige kleinere Arbeiten sowie weitere Bepflanzungen.
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(Fast) fertige Ohre: Es fehlen nur noch einige kleinere Arbeiten sowie weitere Bepflanzungen.

Brome – „Da kann ich als Bürgermeister wirklich sagen: ‘Ich bin zufrieden’“ Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert freute sich, dass nun der Badesteg an der Ohre im Flecken so gut wie fertig ist.

Gemeinsam mit Silke Westphalen, Geschäftsführerin des Aller-Ohre-Verbands, präsentierte Borchert gestern dem IK das Ergebnis. Für den Bürgermeister wichtig: „Wir konnten gleichzeitig die Anforderungen an den Hochwasserschutz erfüllen, das Gebiet verschönern und etwas für den Naturschutz tun.“ Denn an der Ohre hat sich Einiges getan.

So mussten sich die Rasengittersteine verabschieden. Diese waren unterspült, bei Hochwasser landeten sie zuhauf in der Ohre. Wo einst die Steine lagen, findet sich nun ein Kiesbett, das schon zahlreiche Bewohner anlockt. Libellen schwirren umher, und kleine Fische wühlen in den Kiesbänken. „Der Fluss mäandert jetzt“, erklärt Westphalen. Die Ohre verläuft jetzt insgesamt tiefer, was eben den Fischen hilft. Dafür wurden 150 Tonnen Kies, 150 Tonnen Wasserbausteine und gut 100 Tonnen Lehm verbaut.

Die Ohre durchzieht jetzt eine Rhythmik, wie Westphalen erklärt. So bieten sich Lebensräume für Tiere. Vorher sei die Ohre hier nicht unbedingt ahnsehnlich gewesen. „Doch jetzt gibt es eine schöne Achse im Dorf, die zum Spazieren einlädt.“ Insgesamt sei die Maßnahme eine logistische Herausforderung gewesen, aber gleichzeitig eine der einfachsten Baustellen, die der Aller-Ohre-Verband je hatte. Dies liege daran, dass Verband, Gemeinde und die Anlieger sowie der Angelverein super miteinander gearbeitet hätten. Das Ufer wurde an die Höhe des jeweiligen Anliegergrundstücks angepasst.

Dadurch, dass die Ohre jetzt tiefer verläuft, kann übrigens bei Hochwasser das Wasser auch schneller abfließen, so Westphalen. Und auch bei Niedrigwasser können Fische weiter durch die Ohre schwimmen. Dass der Kies einfach bei Hochwasser weggetragen wird, könne ebenfalls nicht passieren. Denn dieser verzahne sich in den Kiesbänken. Ein Teil wird bei Hochwasser aufgewirbelt und so „nach hinten“ verschoben. Die Kiesbank an sich bleibe dann aber erhalten, erläuterte die Expertin.

Aufgrund der geringen Wassermengen konnten während der Baumaßnahme die Arbeiten im fließenden Gewässer stattfinden. Borchert: „Die Behauptung, dass wir Wasser gestaut hätten, ist falsch.“ Er dankte dem Aller-Ohre-Verband, der das Projekt kostengünstiger als ursprünglich geplant fertigstellen konnte. Die genauen Kosten stehen erst bei Abschluss der verbleibenden Arbeiten fest.

Denn jetzt fehlen lediglich noch ein paar Pflanzen. Elf Eschen und ein Flieder werden noch gepflanzt. Außerdem müssen am Badesteg noch die Bordsteine angepasst sowie ein Teil des Weges angehoben werden, um Bromes schöne Achse zu vervollständigen. VON MAX A. MORRISON

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