VW zeigt Interesse an Truppenübungsplatz Ehra-Lessien – hat aber noch „keine konkreten Planungen“

Prüfgelände könnte wachsen

Hier testest VW seine Autos: Das Prüfgelände in Ehra. Nach der Schließung des Truppenübungsplatzes könnte die Teststrecke erweitert werden. Foto: picture-alliance

Ehra-Lessien/Wolfsburg. Noch nimmt die Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien die Stellung ein. Bald könnte sich dort Volkswagen aufstellen – und das tun, was sie bereits seit 40 Jahren in der Nachbarschaft tun: Autos testen.

Medienberichten zufolge hat der Konzern schon Interesse an dem Gelände bekundet – auch gegenüber dem IK. Das in der Nähe in Zukunft auch die A 39 entlang läufen könnte, goutiert der Automobilriese.

VW hat bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Magdeburg nachgefragt wegen des Platzes. An die Bima geht das 1700 Hektar große Gelände nach der Schließung des Platzes, der am Mittwoch vergangener Woche durch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière bekannt gegegeben wurde, über.

„Wir betreiben seit 40 Jahren unser Fahrzeug-Prüfgelände nahe Ehra und der Truppenübungsplatz liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Versuchsgelände. Die künftige Nutzung der Flächen ist aus diesem Grunde auch für Volkswagen von Interesse“, so VW-Pressesprecherin Heidrun Reimann auf Anfrage des IK.

Die Nutzung durch VW würde auch die Gemeinde Ehra-Lessien freuen, schließlich erklärte Bürgermeisterin Jenny Reissig nach der Bekanntgabe für das Aus des Bundeswehr-Standortes, dass der Platz dann als Gewerbe-Areal nachgenutzt werden solle. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Brome würde sich über die Ansiedlung von VW freuen. „VW wäre schön“, sagte Jürgen Bammel dem IK. Zwar gehen der Gemeinde respektive der Samtgemeinde durch den Abzug der Bundeswehr 70 Arbeitsplätze verloren, doch die Niederlassung von Gewerbe – wie eben VW – könnte mehr bringen.

Wie es genau weitergeht, ist indes noch offen. „Es existieren derzeit jedoch keine konkreten Planungen über einen Erwerb“, erklärt Reimann. Nachfragen des IK, ob es bereits Expansionspläne für das Prüfgelände gab und ob schon einmal versucht wurde, das Gelände zu erweitern, wollte das Unternehmen nicht beantworten. „Wir bitte um Verständnis, dass wir uns zu unserem Prüfgelände nicht weiter äußern“, merkte die Pressesprecherin an. Dass ein erweitertes Gelände die Trassierung der geplanten A 39, die zwischen Ehra und Lessien verlaufen soll, tangieren könnte, wollte VW ebenso nicht kommentieren. Nur so viel: „Den Ausbau der A 39 befürworten wir.“

Wie sich der aufstrebende Autobauer künftig in Ehra-Lessien aufstellt, ist also noch nicht ganz klar.

Von Benjamin Post

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