Protest gegen Abrissbirne

+
Bromer Bürger protestieren gegen den geplanten Abriss des kirchlichen Gemeindehauses.

Brome - Von Detlev E. Deipenau. Aufgeschreckt durch einen Zeitungsbericht hat sich am vergangenen Wochenende erneut Widerstand gegen den geplanten Abriss des Bromer Kirchengemeindehauses formiert. Als Initiator dieser Aktion gilt der Bromer Museum- und Heimatverein (MHV), der in einer Protestnote an Landes- und Kreis-Behörden den Unmut seiner Organisation über den Abriss des 1852 errichteten ehemaligen Schulhauses, zum Ausdruck bringt.

In dem Schreiben, das dem IK vorliegt, wird die kulturhistorische Bedeutung des Gemeindehauses hervorgehoben. Des Weiteren verweist der MHV-Vorsitzende Jens Winter darin auf den Ortsbild prägenden Charakter und die enge Verbundenheit zwischen Kirche und der Schule, die in den Jahren 1852 bis 1955 in dem Gebäude untergebracht war. Damals oblag der Kirche noch die Aufsicht über den Schulunterricht.

Als weitere Maßnahme kursieren seit dem frühen Montagmorgen Unterschriften-Listen im Flecken, in die sich die Bromer Bürgern eintragen können um so einen Abriss doch noch zu verhindern.

„Bereits im September vergangenen Jahres hatte der MHV den Status des Gebäudes bei der Denkmalschutzbehörde angefragt“, so Jens Winter. Eine positive Entscheidung über die Aufnahme in die Liste der erhaltenswerten Gebäude wurde seinerzeit allerdings durch Intervention der Bromer Bürgermeisterin Ingrid Klopp beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, verhindert.

Ein wesentlicher Faktor bei der Umsetzung der Baumaßnahmen dürfte die erforderliche Finanzierung des Projektes sein. Ob die Entscheidung darüber bereits heute fällt, wenn ein Gremium über die Vergabe von EU-Geldern aus dem Förderprogramm LeaderPlus berät, war nicht zu erfahren. Letztendlich wird es aber auch von dieser Entscheidung abhängen, in wieweit sich der bereits öffentlich vorgestellte, futuristisch anmutende Neubau des Gemeindehauses in der Bromer Hauptstraße verwirklichen lässt. „Sollte es keine finanzielle Förderung durch LeaderPlus geben, wird das Neubau-Projekt in Brome vermutlich nicht zu realisieren sein“, so der Amtsleiter Bauwesen im Kirchenkreis Wittingen, Smolla.

„Ich hoffe, dass sich Walter Penzhorn als Vorsitzender des Entscheidungsträgers mit seiner Meinung „Erhalt vor Neubau“ durchsetzt“, so MGV-Mitglied Gerd Blanke, der in diesem Zusammenhang auch darauf hinweist, dass Fördergelder nicht zwangsläufig an die Errichtung neuer Gebäude gekoppelt sind und dabei auf das vor einiger Zeit vollständig restaurierte Pastorenhaus in der Gemeinde Hankensbüttel verweist.

„Das Argument des Bromer Kirchenvorstandes, eine Förderung durch öffentliche Mittel sei nur bei einem Abriss und anschließender Neuerrichtung des Gemeindehauses möglich, ist also offensichtlich unkorrekt“, so noch einmal Gerd Blanke. Die Frage, ob die Bromer Bevölkerung diesbezüglich bewusst falsch informiert worden ist, ließ Blanke dabei offen.

Eine Stellungnahme des Bromer Pastors Günter Proft hierzu war wegen seiner derzeitigen Erkrankung nicht zu bekommen. Allerdings verwies die zweite Vorsitzende des Kirchenvorstands, Hildegard Blech, darauf, dass die Entscheidung für einen Abriss des Gemeindehauses auch von der Landeskirche in Hannover getragen wird.

„Der Vorstand der Kirchengemeinde Brome wird sich auf seiner Sitzung am Dienstag unter anderem auch mit diesem Thema beschäftigen. Sollten sich dabei Änderungen oder Korrekturen ergeben, werden wir zeitnah dazu Stellung nehmen“, so Blech abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare