Mensch 2016-Gewinnerin Christiane Miesl und der Helferkreis haben viel vor / Dolmetscher gesucht

„Der Preis ist ein weiterer Anschub“

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Sehen den Ehrenamtspreis als Anerkennung (v.l.): Christiane Miesl, Natalie Dallmann, Klaus Miesl, Wieland Bartels und Freddie Schmidt.

Brome. Als der dritte und zweite Platz bekanntgegeben wurden, hatte Christiane Miesl die Hoffnung schon aufgegeben. Doch die Bromerin, die sich mit ihrem Helferkreis in der Flüchtlingshilfe engagiert, wurde von den IK-Lesern als „Mensch 2016“ auf Platz eins gewählt.

Zu dem Ehrenamtspreis gab es außerdem noch eine Urkunde und 1000 Euro. „Als ich aufgerufen wurde, war ich total geflashed“, erinnert sich Miesl und betont, dass sie zwar den Preis entgegengenommen habe, aber das gesamte Helferteam hinter der Arbeit stecke.

Im Helferkreis Brome wird die Arbeit weitergehen, wie bisher auch. „Aber jetzt mit einem weiteren Anschub“, schmunzelt die Bromerin. Zu tun gibt es genug. Dringend gesucht werden Dolmetscher. Insbesondere für Arztbesuche, denn diese würden wegen der Verständigungsschwierigkeiten lange dauern. Etwa 60 Flüchtlinge sind in Brome dezentral untergebracht. Auch hier wird noch kräftig Unterstützung benötigt. „Immer mehr entdecken Brome für sich“, freut sich Miesl. Aber insbesondere für Alleinstehende ist es schwieriger, eine Wohnung zu finden, als für Familien. „Generell ist der Wohnungsmangel immer noch ein Problem“, weiß Natalie Dallmann von der Flüchtlingssozialarbeit Ehra.

Generell wünscht sich das Helferteam mehr Gehör – auch auf politischer Ebene. Daher überlegen sich die Ehrenamtlichen, zuständige Politiker zu einem ihrer regelmäßigen Helfertreffen einzuladen. „Es gibt noch so viel zu verbessern“, weiß Miesl. „Und ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht, wir sind auf deren Hilfe angewiesen. Anders wäre die Arbeit nicht zu bewältigen“, betont Wieland Bartels, Leiter des Pastor-Bammel-Hauses. Über die Frage, weshalb man sich so in der Flüchtlingsarbeit einbringe, kann das Helferkreis-Team nur mit dem Kopf schütteln. „Es bereichert einfach mein Leben“, sagt Cathrin Gose. Und Miesl ergänzt: „Es geht hier ja nicht um lapidare Dinge, sondern um Menschen.“

Von ihrem Preis will Miesl einen Teil an die Bromer zurückgeben. 500 Euro gehen an die Grundschule, dann möchte sie französische und iranische Bibeln für die Kirche anschaffen, dem Helferkreis „einen ausgeben“ und natürlich mit ihrem Ehemann schick Essen gehen. Sorge hat Miesl, dass sie die iranisch, französisch und arabisch sprechenden Gottesdienstbesucher nicht mit dem Wort Gottes erreichen kann.

Wie die Bromer die Kinderherzen im Bromer Pastor-Bammel-Haus erreichen können, dafür hat der Helferkreis eine Lösung. Im Haus steht ein Weihnachtsbaum, an dem die Wunschzettel der Kinder hängen. Wer von den Bürgern möchte, kann sich einen Zettel schnappen und das Geschenk besorgen. Dieses kann dann im Pastor-Bammel-Haus oder bei Gose in der Lindenstraße 26 in Brome abgegeben werden. Selbstverständlich wird dann der Weihnachtsmann persönlich zur Bescherung kommen. „So werden die Bromer nicht nur miteinbezogen, sondern können auch mal ins Pastor-Bammel-Haus hineinschauen“, freuen sich Gose und Miesl.

Von Carola Hussak

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