Messungen zeigen weiteres Kippen / Reparatur erst im nächsten Jahr

Parsaus Kirchturm immer noch schief

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Parsaus Kirchturm ist seit dem letzten Jahr schief. Das kippende Gebälk bewegt sich noch immer. archivFoto: tesch

Parsau – Parsaus Kirchturm ist schief. Immer noch. Im vergangenen Sommer hatte die stehen gebliebene Kirchenuhr verraten, dass innerhalb des Gebäudes ein größeres Problem im Argen liegt (das IK berichtete).

Der Turm war bereits Anfang 2019 gekippt und hatte damit auch die nachhaltige Funktion von Uhr und Glocke lahmgelegt. Eine zeitnahe Reparatur ist derweil laut Parsaus Pfarrer Joachim Schreiber noch nicht in Sicht.

Joachim SchreiberPfarrer in Parsau

Noch immer steht Parsaus größte Uhr still. Durch den verschobenen Turm der Kirche wird sie sich so bald auch nicht bewegen. „Die Reparatur des Turms ist ein langfristiges Projekt,“ bestätigt Schreiber. Perspektivisch rechnet er nicht damit, dass sich in diesem Jahr noch etwas an der Situation ändert. „Im Moment werden Messungen durchgeführt, die zeigen sollen, wie weit der Turm immer noch kippt.“ Diese werden noch andauern, so der Pfarrer, um die Situation innerhalb des Turms besser einschätzen zu können. „Für die Reparaturarbeiten benötigen wir natürlich auch Genehmigungen.“

Was genau ist im Parsauer Turm im vergangenen Jahr passiert? Fest steht, dass Turm und Kirche nicht direkt miteinander verbunden sind. Sie haben durch unterschiedliche Bauweisen auch unterschiedliche Statiken. Während das Kirchenschiff 1829 erbaut wurde und damit fast 90 Jahre älter ist, wurde der besagte Turm erst zwischen 1916 bis 1918 angebaut. „Dadurch haben wir ganz andere Kräfte und Materialien, die wirt dort vorfinden.“

Schreiber vermutet derweil, dass auch die anhaltende Trockenheit der vergangenen Jahre dem Bauwerk zugesetzt haben könnte. „Das hat dem Parsauer Kirchturm vielleicht auf Dauer geschadet und auch das Holz mürbe gemacht.“ Welcher Grund auch immer für das Kippen in Parsau gesorgt hat, fest steht: Der Turm hat sich von seinem ursprünglichen Platz verschoben und ist in Richtung Kirchenschiff gekippt. Und das tut er immer noch, wie die von Schreiber bereits genannten Messungen beweisen.

Durch den gekippten Turm gibt es in Parsau auch weiterhin kein Glockenläuten. Die schweren Stahlglocken mit ihrem hängenden Gewicht stoßen an das gekippte Gebälk. „Deshalb können wir sie zurzeit nicht Betrieb nehmen“, erklärt der Pfarrer. Im letzten Jahr war der Austausch der Glocken im Gespräch. Bevor der Turm nicht repariert und in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde, sei der Austausch aber ohnehin hinfällig. In Parsau müsse man sich also noch gedulden.

VON HILKE BENTES

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