Entwicklungszone wächst

Biosphärenreservat Drömling: Parsau weist jetzt doch weitere Flächen aus

Das Biosphärenreservat Drömling
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Die Gebietsaufteilung des Biosphärenreservates Drömling wird sich nach den jüngsten politischen Entscheidungen noch einmal verändern
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Parsau – Die UNESCO-Anerkennung des länderübergreifenden Biosphärenreservats Drömling schreitet voran, im kommenden Jahr soll es soweit sein. Bewegung gibt es weiterhin bei der Ausweisung von potenziellen Entwicklungszonen in den einzelnen Gebietseinheiten der Samtgemeinde Brome. Eigentlich hatten sich die politischen Gremien schon längst für oder gegen eine solche Ausweisung entschieden. Die Situation der Gemeinde Tülau erforderte aber eine erneute Beratung, die nun auch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Parsau stattfand.

Von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate teilen sich in drei Zonen auf: die Kernzone, die Pflegezone und die Entwicklungszone. Während sich die Entwicklungszone des Drömlings auf sachsen-anhaltinischer Seite über große Gebiete erstreckt, hatten die Gemeinden in der Samtgemeinde ihre Flächen eher zurückhaltend ausgewiesen. In Rühen, Parsau und Brome entschieden sich die politischen Gremien im vergangenen Jahr gegen eine weitere Flächenausweitung, nur Tülau hatte zugesagt, das komplette Gemeindegebiet mit einzubringen. Mit dieser Entscheidung will man in Tülau auf eine sozioökonomische und nachhaltige Entwicklung setzen, die auch bei der Vermarktung von regionalen Produkten aus dem Drömling helfen soll.

Da Tülau damit eine Art Exklave bildet und der direkte Anschluss an den Drömling fehlt, trat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz an Parsau und Brome heran, um sie um eine erneute Beratung zu bitten. Im Juli hatten die Bromer Ratsmitglieder ihr Einverständnis zur Ausweisung der Entwicklungszone über das komplette Gemeindegebiet gegeben, da sich mehrere Bedenken bei möglichen Auswirkungen für die Landwirtschaft aus dem Weg schaffen ließen (das IK berichtete).

Nun sollte auch in Parsau diskutiert werden, ob über die bereits ausgewiesenen Flächen bei Kaiserwinkel – diese umfassen um die 1000 Hektar – weitere Gebiete hinzugefügt werden sollen. Denn Landwirte aus Croya seien mit der Bitte um Ausweisung an die Gemeinde herangetreten, das habe ein Gespräch vor einigen Wochen ganz deutlich gezeigt, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Stefan Sudenfeld (CDU). Auch die Meinung beim Landvolk, die sich zu Beginn klar gegen eine solche Ausweisung positioniert hätten, würde sich ändern, so Sudenfeld. Er sprach sich für eine Ausweisung der Flächen von Croya aus. Dem schloss sich auch der zweite Stellvertreter, Fred Marhenke (SPD), an. „Das Blatt und die Meinungen haben sich geändert, deshalb sollten wir dem Wunsch der Landwirte aus Croya nachkommen.“ So war es nicht überraschend, dass sich die Ratsmitglieder einstimmig für die Ausweisung von Croyas Flächen aussprachen.

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