Parsauer fürchten Belastung durch Neubaugebiet / Gemeinde beschwichtig

Parsau: Nur temporäre Zufahrt von der B 244

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Anwohner bemängeln Schäden am Rosenweg durch Baufahrzeuge und Lkw. 

Parsau – Mit dem neuen Baugebiet Kälberanger III soll Parsau in Richtung Norden wachsen. Anwohner des Rosenwegs machen sich daher nun Sorgen, dass eben dieser Schaden dadurch nehmen könnte.

„Schon bei den anderen Baugebieten im Kälberanger wurde der Rosenweg beschädigt“, sagt Wolfgang Michel. Die breite und pfeilgerade Straße werde gerne von großen und schweren Lkw genutzt, um ins Baugebiet zu fahren. „Wachstum ist schön und gut, aber nicht zu Lasten der Anwohner“, sagt Michel. Zwar gibt es eine Baustraße, die werde aber kaum genutzt. Michel und andere sehen eine vermeintlich einfache Lösung: „Eine Zufahrt von der B 244 aus würde den Rosenweg entlasten.“

Schon wegen vorangegangener Baugebiete hatten die Anwohner Unterschriften gesammelt. Der Gemeinderat hatte das Anliegen aber einstimmig abgelehnt. Auch heute sieht Bürgermeisterin Kerstin Keil kein Problem beim Rosenweg. „Das ist wohl unsere zweitbeste Straße im Ort“, wehrt sie Vorwürfe zu dessen angeblich schlechtem Zustand ab. „Und sollte er wirklich beschädigt werden, so wird die Gemeinde ihn sanieren.“

Eine gut ausgeschilderte Zufahrt von der B 244 in den Kälberanger III sei derweil geplant – aber nur als Baustraße. Langfristig könne man dort keine Zufahrt anlegen. Zum einen ist das nicht gewollt, da befürchtet wird, mancher Autofahrer aus Richtung Brome kommend könnte in Richtung Bergfeld abkürzen. Zum anderen müsste die Gemeinde dann eine Linksabbiegerspur anlegen. „Das kostet Hunderttausende Euro“, sagt Keil. „Das ist einfach nicht drin.“ Michel meint, den Rosenweg zu sanieren verursache auch Kosten und wirft der Gemeinde vor, die Zufahrt „nur des Geldes wegen“ nicht zuzulassen, um den Preis für die Bauwilligen niedrig zu halten. Keil erwidert: „Eine eventuelle Sanierung des Rosenwegs und die konkreten Kosten einer neuen Abbiegespur stehen in keinem Verhältnis zueinander.“

Die Anwohner fühlen sich dennoch übergangen: „Ein Gesamtkonzept muss Lasten und Kosten gleichmäßig verteilen“, sagt Michel. Auch mit Blick auf zukünftige Generationen wolle er keine jahrelange Belastung des Rosenwegs durch Baufahrzeuge und Lkw. Anderen Anwohnern gehe es genauso. Keil wiederum meint, längst nicht alle Rosenweg-Bewohner sähen die gleichen Probleme. Michel könne gerne erneut Unterschriften sammeln, die Gemeinde höre sich berechtigte Anliegen der Bürger an. Diese müssten aber auch den Beschluss des Gemeinderates akzeptieren.

VON DENNIS TESCH

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