Raupen breiten sich besonders in Naturschutzgebieten weiter aus

Parsau kämpft weiter mit EPS-Befall

Die Eichenprozessionsspinner sind in Parsau weiter ein Problem: Auch wenn die Bekämpfung aus der Luft bei den besprühten Flächen funktionierte, gibt es besonders in Naturschutzgebieten weiterhin Brandherde.
+
Die Eichenprozessionsspinner sind in Parsau weiter ein Problem: Auch wenn die Bekämpfung aus der Luft bei den besprühten Flächen funktionierte, gibt es besonders in Naturschutzgebieten weiterhin Brandherde.

Parsau – Eigentlich war man in Parsau vor wenigen Wochen noch frohen Mutes. Das Thema Eichenprozessionsspinner wurde in einer großen Aktion des Landkreises, der Samtgemeinde und der Kommunen in der Region bekämpft (das IK berichtete).

Auch die Befallsschätzungen sahen so aus, als würde sich der Kampf gegen die Raupen ganz gut regeln lassen. Aber ein bisschen desillusioniert ist man in der Gemeinde nun doch. Vielerorts sind entspannte Spaziergänge nur schwer möglich. Das Problem: Die Ursache ist nur schwer zu beheben.

Die getroffenen Maßnahmen haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Besprühte Wälder, Flächen und Einzelbäume in Parsau zeigen die Erfolge des EPS-Kampfes. Der Raupenbefall ist zurückgegangen. „Die Maßnahmen zeigen Wirkungen, besonders die Plätze Unter den Eichen, an den Sportstätten und beim Kindergarten sind frei“, erklärt Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil.

Aber das gilt leider nicht für alle Flächen, wie sie ausführt. „In den Naturschutzgebieten darf nicht gegen die Eichenprozessionsspinner vorgegangen werden, aber da ist der sprichwörtliche Brandherd.“ Von den Wäldern um Parsau würden die Raupen, deren Haare bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können, immer wieder auf die umliegenden Flächen „überschwappen.“ Die Ursache der auch in diesem Jahr starken Ausbreitung bleibt damit schwierig zu beheben. Laut Keil ist es ein Kampf gegen Windmühlen. „Es macht die Situation ziemlich schwierig, da wir auf diesen Flächen rein gar nichts tun können.“ Die Eichen würden im Naturschutzgebiet stark leiden, viele Bäume sterben unter dem starken Befall ab. Entspannte Waldspaziergänge sind in Parsaus Umgebung daher nicht angenehm. „Es ist zwar nicht so schlimm wie beispielsweise 2018, aber leider auch nicht so gut wie erhofft.“ Die anfänglichen Prognosen, dass die Population zurückgeht, treten zumindest in Parsau nicht ein.

Ein weiterer Grund: Hat sich die Gemeinde im letzten Jahr bei den Privatbäumen kostenmäßig beteiligt, war es in diesem Jahr anders. Die Privatpersonen konnten sich zwar bei der Bekämpfung per Luft anschließen, die Kosten mussten dann aber alleine getragen werden. Das macht sich in der Gemeinde nun bemerkbar. Nicht alle betroffenen Waldbesitzer haben sich beteiligt, sodass nicht überall gesprüht wurden. „Schade, da müssen wir noch mal ran, um für alle Betroffenen einen zufriedenstellenden Weg zu finden.“ Keil weiß, dass die Kosten die Menschen abschrecken.

Trotzdem soll es im Spätherbst ein Dorfgespräch geben. „Wir brauchen einen Plan, mit dem wir uns noch breiter aufstellen.“ Die Situation, so wie sie jetzt ist, will man in der Gemeinde nicht mehr. Vom Land Niedersachsen fühlt sich die Gemeinde weiter im Stich gelassen. „Da kommt nichts, sie halten es weiterhin für ein regionales Problem, was sie dann nichts angeht“, so Keil. VON HILKE BENTES

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare