Leichteres Eichenschlagen

Parsau: Rat bespricht Änderung der Baumschutzsatzung für Bevölkerungsschutz

Einige der alten Eichen in Parsau könnten bald verschwunden sein: Der Gemeinderat bespricht eine Änderung der Baumschutzsatzung. Wenn nötig, sollen EPS-befallene Bäume leichter gefällt werden können.
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Einige der alten Eichen in Parsau könnten bald verschwunden sein: Der Gemeinderat bespricht eine Änderung der Baumschutzsatzung. Wenn nötig, sollen EPS-befallene Bäume leichter gefällt werden können.

Parsau – In Parsau soll es den Bürgern leichter gemacht werden, Bäume zu fällen, wenn dies nötig sein sollte. Der Rat will am heutigen Freitag über eine entsprechende Änderung der Baumschutzsatzung entscheiden.

„Diese Last können wir nicht tragen“, sagt Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil im IK-Gespräch.

Kerstin Keil, Parsaus Bürgermeisterin

Es geht um die Kosten für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) in der Gemeinde. Für das Besprühen und Absaugen müsse man mit 20.000 bis 30.000 Euro rechnen – jährlich. „Das ist keine Sache von einem Jahr, wir werden die nächsten paar Jahre gegen den EPS vorgehen müssen“, erklärt Keil. Nach der Kreis- und der Samtgemeindeumlage bleibe da nicht mehr viel im Haushalt übrig. „Dann können wir kein Licht mehr machen“, sagt Keil. „Bevor ich die Straßenbeleuchtung ausschalte, fällen wir die Bäume.“

Damit sich die Gemeinde wie auch ihre Bürger selbst helfen können, soll nun im Rat besprochen werden, ob man die Baumschutzsatzung ändern wird. „Es soll leichter sein, Eichen zu fällen“, erklärt Keil, „die stark vom EPS befallen sind.“

Der Gesundheitsschutz von Menschen habe eindeutig Vorrang gegenüber dem Naturschutz. Sollte es nötig sein und die Bekämpfung des EPS keine Wirkung zeigen, werde man auch gemeindeeigene Bäume fällen. Aber gerade Privatpersonen sollen sich und ihre Familien so besser schützen können. „Nachpflanzungen sind dann natürlich nötig“, sagt Keil. Gerne solle man Obstbäume pflanzen, „nur nicht unbedingt Eichen.“

„Das ist notwendig“, sagt eine betroffene Parsauerin im IK-Gespräch. Sie hat die akute Gefahr der EPS-Haare im letzten Jahr an ihren Enkelkindern gesehen. „Die hatte kaum eine ruhige Nacht“, sagt sie, „es ist schlimm, wenn man nichts tun kann.“ Die Lebensqualität leide sehr. „Nicht mal mehr Wäsche aufhängen mag man.“ Daher sei es gut, wenn man nun die betroffenen Bäume in der Gemeinde fällen könne. „Draußen in der Natur können die meinetwegen bleiben“, sagt die Parsauerin.

Der Änderungsvorschlag ist aber auch eine Reaktion auf das Schweigen des Landes Niedersachsen, das noch immer nicht zugesagt hat, die Kosten für die EPS-Bekämpfung zu tragen oder den Kampf anderweitig zu unterstützen. „Wir bleiben scheinbar auf den Kosten sitzen und müssen sehen, wo wir bleiben“, sagt Keil. Die Fällung von Bäumen der Gemeinde verringert in diesem Zuge auch die Kosten. Ein Absaugen etwa schlägt mit rund 200 Euro pro Baum zu Buche. Würden diese gefällt, so könne man mit dem Verkauf des Holzes noch den einen oder anderen Euro umsetzen.

Über die Änderung der Baumschutzsatzung entscheidet der Gemeinderat am heutigen Freitag, 15. Februar, um 20 Uhr im Bürgerzentrum „Unter den Eichen“ in Parsau. Außerdem stehen auf der Tagesordnung Berichte, auch zum EPS, Zuschüsse für den Tennisverein, die Feldmarkinteressenschaften und die FSJ’ler sowie die Planung zur Aufforstung am Bürgerzentrum.

VON DENNIS TESCH

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