Straßenbaubehörde erläutert Entwurfsplanung auf Infoveranstaltung / Kein Termin für ersten Spatenstich in Sicht

Ortsumgehung im Süden von Brome

Die derzeitige Entwurfsplanung sieht vor, dass die rund fünf Kilometer lange Bromer Ortsumgehung südlich an dem Flecken vorbeiführen soll. Das stieß jetzt bei den Teilnehmern einer Informationsveranstaltung auf Kritik.
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Die derzeitige Entwurfsplanung sieht vor, dass die rund fünf Kilometer lange Bromer Ortsumgehung südlich an dem Flecken vorbeiführen soll. Das stieß jetzt bei den Teilnehmern einer Informationsveranstaltung auf Kritik.

Brome. Im Jahr 2001 hatte die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel bereits den Auftrag bekommen, eine Ortsumgehung der Bundesstraße 248 für den Flecken Brome zu planen.

Jetzt stellte die Behörde den Entwurf der Trasse auf einer Informationsveranstaltung in Brome vor. Rund 100 interessierte Bürger und Gemeinderatsmitglieder nahmen daran teil. „Wir sind auf den erweiterten Planungsstand gespannt“, sagte Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert. Er erinnerte auch daran, „dass wir alle eine gute Kinderstube genossen haben“, und bat um eine sachliche Diskussion.

„Es ist geplant, dass wir den fertigen Entwurf Anfang 2014 vorstellen können, so dass es dann möglichst bald zu einer Entwurfsgenehmigung kommen kann“, sagte Michael Peuke, Fachbereichsleiter Planung bei der Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel. Wenn das alles in „trockenen Tüchern“ sei, könne der Antrag auf Planfeststellung der Trasse gestellt werden.

„Nach derzeitigem Planungsstand soll die Trasse südlich von Brome entlang laufen“, sagte Ralf Teitge vom Wolfenbütteler Geschäftsbereich. Die geplante Trasse habe eine Länge von rund fünf Kilometern. Sie werde mit einem Kreisverkehr an der Bundesstraße 244 westlich von Brome beginnen, am Bromer Busch vorbeiführen und östlich von Brome wieder auf den jetzigen Verlauf der Bundesstraße 248 treffen.

„Der Lkw-Verkehr wird, weil die B 244 ja durch Brome in Richtung Radenbeck führt, weiterhin durch Brome laufen“, wurde aus der Versammlung kritisch angemerkt.

„Warum wird die Straße nicht nördlich um Brome herumgeführt?“, fragte ein Zuhörer. „Ganz einfach, weil der Planungsauftrag lautet: Ortsumgehung für Brome“, sagte Peuke. Und nur nach diesem Auftrag könne die Behörde planen.

Bis allerdings der Bau beginnen kann, wird noch eine Menge Zeit vergehen. „Zu einem möglichen Zeitpunkt kann ich nichts sagen“, erklärte Peuke auf IK-Nachfrage. Es seien noch viele Unwägbarkeiten zu bewältigen, das Geld stehe noch in keinem Topf bereit. „Jetzt einen Termin für den Baubeginn zu nennen, wäre Kaffeesatzleserei“, meinte Peuke.

Auch wenn viele Bürger die Südvariante für die schlechteste aller Lösungen halten, hält die Planungsbehörde an dieser fest. „Wir haben alles untersucht und sind der Meinung, dass diese die beste Variante ist“, betonte Peuke. Auch ein negativer Ratsbeschluss könne die Planung der Südvariante nicht verhindern. Die landesplanerische Feststellung gehe vor, erklärte der Fachbereichsleiter.

Dass man sich in Brome eine Ortsumgehung wünscht, ist unstrittig. Das machte auch Zuhörerin Emmi Pieper deutlich. „Es wird zu viel gelabert“, sagte die Bromerin und machte ihrem Ärger über die andauernden Verzögerungen Luft. Seit 35 Jahren wohnt sie an der B 248 in Brome, die Situation für sie wird immer brenzliger. „Ein paar Mal schon wurde von den vorbeifahrenden Lkw die Treppe zur Haustür beschädigt. Selbst die Fensterbänke mussten schon ausgewechselt werden, weil sie kaputt sind“, kritisierte Pieper. Niemand komme für diese Schäden auf, alles müsse ihre Tochter als Hauseigentümerin selbst bezahlen. „Es ist gefährlich, aus der Haustür zu treten, man weiß nie, was da gerade langfährt.“

Die Durchschneidung von vorhandenen Wirtschaftswegen bereitete einigen Zuhörern Kopfzerbrechen. Der Neubau von Straßen bringe immer auch Unwägbarkeiten mit sich, so die Planer. „Es müssen bestimmte Umwege in Kauf genommen werden“, erklärte Ralf Teitge. Allerdings werde die Zuwegung zu den Sportanlagen durch eine Abbiegespur gewährleistet. „Für Fußgänger wird eine Bedarfsampel aufgestellt.“

Auf die Frage, warum nicht eine länderübergreifende Planung zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vorangetrieben wurde, erwiderte André Menzel vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), eine übergreifende Lösung sei nie diskutiert worden. „Raumordnerisch ist eine andere Trasse einfach nicht möglich gewesen.“ Zu Lärmüberschreitungen werde es bei der geplanten Trasse nur in einem Bereich kommen. Dort könne man zum Beispiel durch den Einbau neuer Fenster entgegenwirken. Johannes Stegemann vom Planungsbüro Aland aus Hannover, zuständig für die landesplanerische Begleitplanung, berichtete über die Auswirkungen des Trassenbaus auf die Natur. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde würden Flächen außerhalb des Trassenverlaufs für die Tierwelt zur Verfügung gestellt oder angrenzende Flächen aufgewertet, sagte Stegemann.

Von Meike Karolat

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