Hilfsverein Katachel plant in diesem Jahr den Bau der 32. Schule in Kunduz

„Ohne Bildung keine Entwicklung“

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Viel Anerkennung und Zuspruch für ihre Arbeit im afghanischen Kunduz erhielt die Vorsitzende des Vereins Katachel, Sybille Schnehage (rechts vorn), während der Hauptversammlung.

Vorsfelde/Bergfeld. Einen eindrucksvollen Rückblick auf die im Berichtsjahr geschaffenen Hilfen in Afghanistan und einen hoffnungsvollen Ausblick auf die nahe Zukunft lieferte die Vorsitzende des Bergfelder Vereins Katachel, Sybille Schnehage, in der Hauptversammlung am Sonntag in der Vorsfelder Gaststätte „Goldener Stern“.

Schnehage: „Trotz der schwierigen Sicherheitslage in Kunduz: Sobald der Winter vorbei und der Schnee geschmolzen ist, können wir – dank eines großzügigen Spenders – mit dem Bau unserer 32. Schule in der Region Kunduz beginnen, denn ohne Bildung kann sich kein Land weiterentwickeln.“

Zudem müsse die direkte Lebensverbesserung der Frauen, Kinder und auch der Männer im Vordergrund stehen. Das bedeute in der Praxis erst einmal die Verteilung von Gummistiefeln für arme Kinder in den Schulen und ärmlichen Wohnbereichen. „900 verteilte Stiefel sorgen dafür, dass die Kinder warme Füße haben und den Krankheiten besser trotzen können“, so die Vorsitzende.

Zum Jahreswechsel sei wieder ein Nähkurs abgeschlossen worden, sodass den Mädchen und Frauen nicht nur Zertifikate überreicht wurden; jede erhielt zudem eine Nähmaschine. Damit hätten im Jahr 2017 wieder 144 Mädchen und Frauen eigene Nähereien eröffnen können. Schnehage: „Die Arbeitsplatzbeschaffung für junge Männer aber ist der Weg in eine friedliche Zukunft.“ Deshalb habe man lange gesammelt und dafür gekämpft, dass eine kleine Speiseölfabrik geschaffen werden konnte.

Dazu gehörten zunächst das Grundstück, dann die Räume und schließlich die beiden wichtigsten Maschinen: eine Baumwolltrennmaschine und eine Presse. In der Produktion werde die Baumwolle in Körner und Fasern getrennt. Die Fasern lassen sich zu Matratzen verarbeiten, die Kerne kommen in die Presse. Daraus wird ein Speiseöl von hoher Qualität, das an bedürftige Witwen verteilt wird. Damit seien Nothilfe und Arbeitsplatzsicherung nachhaltig verknüpft.

Von Horst Michalzik

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