Rat will das Gleisnetz an Anlieger veräußern

OHE: Bereiche in Brome werden verkauft

Teile der OHE-Trasse des Flecken Brome sollen verkauft werden. Das beschloss der Gemeinderat am Mittwochabend. Der Bahnhof bei Wiswedel bleibt aber im Gemeindebesitz.
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Teile der OHE-Trasse des Flecken Brome sollen verkauft werden. Das beschloss der Gemeinderat am Mittwochabend. Der Bahnhof bei Wiswedel bleibt aber im Gemeindebesitz.

Brome – Für viele Zuhörer war es wohl der wichtigste Tagesordnungspunkt auf der Agenda: Alle 24 Zuhörerplätze waren am Mittwochabend bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Bromer Remmler Hof besetzt.

Mehr waren aufgrund der Corona-Bestimmungen im alten Kinosaal nicht erlaubt. Es ging es um den möglichen Verkauf von Teilflächen der OHE-Trasse. Viele Draisinenfreunde waren gekommen, um das Ergebnis zu verfolgen.

Fleckens Bürgermeister Gerhard Borchert stellte Ratsmitgliedern und Zuschauern interfraktionelle Überlegungen vor, was zukünftig mit der Strecke geschehen könnte. „Der Bereich der OHE stellt ein wichtiges Biotop dar, was wir auch erhalten wollen.“ Es gebe einige Überlegungen – eine Art zweites Grünes Band. „Wir haben uns da so etwas wie eine grüne Lunge vorgestellt“, sagte Borchert. „In dem Zuge sind Anrainer auf uns zugekommen, die Interesse an einem Erwerb der Teilstücke haben.“

Keine Veränderungen an den Gleisen

Der Bürgermeister schilderte, dass bei einem möglichen Verkauf die Trasse nicht verändert werden dürfte. „Es würde dabei das Prinzip einer Veränderungssperre gelten.“ So wäre die Erhaltung des Gleiskörpers und die Erhaltung, Unterhaltung und Pflege sowie die Entwicklung als Grünzone mit Heckenbewuchs und Lichtzone für Eidechsen festzuschreiben.

Zuvor kam ein Appell aus dem Zuschauerkreis: „Ich bitte alle Ratsmitglieder, genau zu überlegen, was sie da heute entscheiden“, sagte die Bromerin Elke Warnecke. Die OHE-Strecke ist in den vergangenen Jahren für Draisinenfahrten genutzt wurden. Ein Förderverein setzt sich schon seit mehreren Jahren für den Erhalt der Strecke ein.

Rat stimmt für Verkauf fast aller Bereiche

Die Ratsmitglieder stimmten der Verkaufsidee grundsätzlich zu. Die Bereitschaft zur Veräußerung sollte in jeweils einzelnen Abschnitten erfolgen. Das Fazit: Die Mitglieder beschlossen bei fast allen zur Diskussion gestellten Teilbereichen in den Gemarkungen Altendorf, Wiswedel, Benitz und Brome die Veräußerung. Bei einem 200 Meter langen Teilstück in der Gemarkung Brome war das Abstimmungsergebnis jedoch sehr knapp: Schlussendlich ergab die Abstimmung, das Teilstück in Gemeindebesitz zu lassen. Auch in Gemeindebesitz bleibt der Bahnhof Wiswedel und Brome. Die Trasse vom Bromer Bahnhof bis Neumanns Weg soll für Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden. Ratsherr Lothar Hilmer (FWG) verwies darauf, dass das Gleisbett auch nach dem Verkauf erhalten werden müsse.

Die Gemeinderatsmitglieder diskutierten über den anzusetzenden Quadratmeterpreis. Der stellvertretende Bürgermeister Wilfried Klopp (CDU) merkte an, dass der Preis bei 1,50 Euro pro Quadratmeter zu hoch angesetzt sei. „Wenn man sich bei den gängigen Preisen umschaut, ist das zu viel.“ Das Ratsrund einigte sich bei neun Ja-Stimmen und sechs Nein-Stimmen auf den von Klopp vorgeschlagenen Quadratmeterpreis von 1,20 Euro.

In der Einwohnerfragestunde fragte ein Zuhörer, ob es im Rat Mitglieder gebe, die als Anlieger der Trasse als Käufer infrage kommen könnten, was der Gemeinderat bestätigte. Die Verwaltung will nun prüfen, ob der Beschluss rechtens ist. „Daran haben wir nicht gedacht. Wir prüfen das“, sagte der Bürgermeister.

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