Gespräche werden nötig

Brome: Die Frage nach der Mehrheit

Die Sitzverteilung im Fleckenrat
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Die Sitzverteilung im Gemeinderat Brome: Für keine Partei reicht es zur Mehrheit, in den kommenden Wochen müssen Gespräche gesucht und Optionen diskutiert werden
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Brome – Klare Angelegenheit oder Redebedarf? Die Gemeinderäte in der Samtgemeinde Brome sind ausgezählt – und in Brome gibt es erneut keine absolute Mehrheit, vier Parteien finden sich im neuen Gemeinderat wieder.

Die CDU bleibt die stärkste Kraft im Flecken Brome – und kann sich auch über mehr Stimmen als 2016 freuen. Landeten vor fünf Jahren noch 38,05 Prozent der Stimmen bei der CDU, sind es dieses Jahr 40,65 Prozent. Das ist für Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert erst mal ein gutes Zeichen, die Verteilung der Sitze im Rat bleibt allerdings bei 6 CDU-Plätzen von insgesamt 15 Sitzen. Damit ist klar: Die Mehrheit liegt auch dieses Jahr nicht in CDU-Händen, die Christdemokraten sind auf Unterstützung angewiesen. „Jetzt müssen wir schauen, wie es sich entwickelt“, so Borchert. Für konkretere Aussagen sei es drei Tage nach der Wahl noch zu früh.

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die 2016 erstmalig antrat und auf Anhieb fünf Mandate im Fleckenrat eroberte, hat ihr Ergebnis mit 33,80 Prozent fast genau gehalten (2016: 33,46 Prozent). Wieder ist sie mit fünf Sitzen vertreten. Lothar Hilmer als 1. Vorsitzender der FWG freut sich: „Es ist sehr erfreulich, dass auch unsere jungen Kandidaten viele Stimmen geholt haben. Damit sind wir gut aufgestellt.“ Auf die kommenden Gespräche für mögliche Fraktionen ist Hilmer sehr gespannt. Er selbst stünde zur Wahl des Bürgermeisters bereit, die Entscheidung trifft der neue Rat bei der konstituierenden Sitzung Anfang November.

Bei der SPD zieht man derweil lange Gesichter. Erneut hat es in Brome nur für zwei Sitze im Rat gereicht. Erleben die Sozialdemokraten in der Samtgemeinde nahezu auf allen Ebenen einen Aufschwung, ist davon in Brome selbst nicht allzu viel zu bemerken. Nur 11,44 Prozent der Stimmen konnte die SPD holen.

„Damit können wir nicht zufrieden sein, wir sind enttäuscht“, so Ratsmitglied Rita Lange, die die meisten Stimmen der SPD-Kandidaten erhalten hat. „Wir haben wirklich viel gemacht, die Gespräche gesucht.“ Nun wolle man sich intern absprechen, wie es für die SPD weitergeht. Die vergangenen fünf Jahre hatte die SPD mit der FWG eine Fraktion gebildet. Ob es erneut dazu kommt? „So weit sind wir noch nicht. Wie gesagt, jetzt gilt es das Gespräch mit den anderen Parteien zu suchen und zu schauen, wo man hin will“, hält Lange die Frage offen. Eine Tendenz gebe es allerdings bei der SPD.

Zufrieden sind die Grünen, die mit 11,57 Prozent die drittstärkste Kraft geworden sind und zwei Sitze belegen. In Gesprächen, die es nun geben soll, wollen sie nach möglichen Koalitionen Ausschau halten. Mit Blick auf die Sitzverteilung könnten sie das Zünglein an der Waage in Brome werden.

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