Kunduz: Kleine Speiseölfabrik soll in Afghanistan Arbeitsplätze schaffen

Nothilfe für arme Frauen und Mädchen

Schon seit längerem schwebt der Bergfelderin Sybille Schnehage der Bau einer Ölfabrik im afghanischen Kunduz vor. Ihrer Meinung nach ist Hilfe zur Selbsthilfe die beste Möglichkeit, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.
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Schon seit längerem schwebt der Bergfelderin Sybille Schnehage der Bau einer Ölfabrik im afghanischen Kunduz vor. Ihrer Meinung nach ist Hilfe zur Selbsthilfe die beste Möglichkeit, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.

Bergfeld/Kunduz. „Nachhaltig helfen und gleichsam Fluchtursachen bekämpfen, dies ist unsere Aufgabe, wenn wir von gesammelten Spendengeldern in Kunduz die Menschen unterstützen“, erklärt die Vorsitzende des Vereins Katachel, Sybille Schnehage, und zeigt die Fotos von dem neuesten Projektvorhaben.

Ein tiefer Brunnen, der reines Wasser auf dem Hochplateau in Kunduz spendet, das ist der erste und wichtigste Bauabschnitt, wenn für junge Männer Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen werden sollen. Die Bohrfirma, so Schnehage, hat mit einfachen Maschinen begonnen zu bohren und die Rohre in die Tiefe zu setzen. „Wenn die Grundwasserlinie erreicht ist, was bei 120 Metern zu erwarten ist, dann müssen die Pumpenvorrichtungen eingebracht werden“, so die Bergfelderin. Der nächste Schritt sind Räume, in denen dann Maschinen aufgestellt werden, mit denen man aus der Rohbaumwolle die Kerne und die Wollfasern voneinander trennt. Baumwolle wird schon traditionell in der Kunduzebene angebaut, sodass diese Frucht vielen Menschen im ländlichen Raum eine kärgliche Existenz sichert.

Die weißen weichen Wollflocken können in der Vereinsnäherei von den jungen Frauen und Mädchen des Nähkurses zu Matratzen verarbeitet werden. Die Kerne sind sehr fetthaltig und so kann aus ihnen in einem zweiten Arbeitsschritt Baumwollöl gewonnen werden, welches ein wertvolles Speiseöl ergibt. „Dieses Öl kann dann in Kanistern an arme Witwen mit ihren Kindern verteilt werden, die gerade jetzt in der kalten Winterzeit so dringend kraftvolle Nahrung benötigen“, weiß die Bergfelderin. Die Ölreste, die verunreinigt sind, können weiter zu Seife verarbeitet werden. Dieses Projekt ergibt dann die Chance, in zweifacher Hinsicht direkte, nachhaltige Hilfe zu leisten, denn es ist eine Kombination von Nothilfe und Arbeitsplatzsicherung.

„Nun, leider muss das Projekt allein aus Spenden finanziert werden, denn die Entwicklungshilfegelder der Bundesregierung wurden drastisch gekürzt, und so hoffe ich, dass sich zahlreiche Menschen mit offenem Herzen finden, die uns mit ihren Spenden helfen, dieses so wichtige Projekt zur Selbsthilfe zu realisieren“, bittet die Vereinsvorsitzende um Unterstützung.

Wer helfen möchte kann dies unter dem Stichwort „Speiseöl“ mit einer Spende auf auf das Konto des Vereins Katachel e.V. bei der Sparkasse Gifhorn Wolfsburg, IBAN DE24 2695 1311 0014 1600 06 tun.

Von Carola Hussak

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