Bromer Gemeinderat stimmt für Städtebauliches Entwicklungskonzept / Warten auf Entscheid zur Dorfregion

„Nicht noch zig weitere Jahre warten“

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Die Sanierung der Bromer Ortsmitte soll nach dem Willen des Gemeinderates vorangetrieben werden. Erster Schritt war nun das Votum für das Städtebauliche Entwicklungskonzept.

Brome. Im Bromer Ortskern besteht dringend Handlungsbedarf – darin sind sich alle einig. Daher stimmten die Bromer Ratsmitglieder einhellig dafür, das Städtebauliche Entwicklungskonzept auf den Weg zu bringen. Der Bereich soll im Junkerende bis zur Burg erweitert werden.

Wie Bürgermeister Gerhard Borchert eingangs anmerkte, seien jedoch Sanierungsmaßnahmen für den einen oder anderen Hauseigentümer zu teuer. Daher versucht die Gemeinde, Fördermittel zu beantragen.

„Eine Doppelförderung ist allerdings nicht möglich“, machte der Bürgermeister Dienstagabend deutlich. Nachdem sich Brome gemeinsam mit Ehra-Lessien, Tülau, Parsau und Boitzenhagen als Wittinger Ortsteil für das Förderprogramm „Dorfregion“ beworben hatte, sollte sich die Gemeinde zusätzlich informieren, ob sie gleichzeitig beim Land einen Orientierungsantrag auf Städtebauförderungsmittel stellen kann. Der Rat war sich einig, die Entscheidung, ob Brome in Förderprogramm Dorfregion aufgenommen wird, abzuwarten. Borchert rechnet im Dezember mit einer Nachricht. Falls negativ entschieden wird, soll ein Antrag ans Land gestellt werden.

In einer internen Info-Veranstaltung sind zwei Punkte besonders diskutiert worden. Zum einen nannte Borchert den Edeka-Markt an der Mühlenstraße, der sich weiterentwickeln möchte – allerdings nicht zwingend an gleicher Stelle. Aus städtebaulicher Sicht soll ein Abwandern dieser wichtigen Infrastruktur vermieden werden, da der Markt für die Bewohner der Ortsmitte zu Fuß erreichbar ist. Das Entwicklungspotenzial des vorhandenen Standortes solle ausgeschöfpt werden. Wie Borchert mitteilte, würde es hinter dem Markt durchaus eine ausbaufähige Fläche geben.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Bauweise der Häuser an der Hauptstraße und am Junkerende. Diese sind beidseitig geschlossen gebaut ohne seitlichen Grenzabstand. „Diese Bauweise soll auch erhalten bleiben, obwohl zum Teil in zweiter Reihe gebaut werden kann“, sagte der Bürgermeister.

Bedenken äußerte CDU-Ratsherr Ulrich Dörrheide: „Wenn es überhaupt keine Förderung gibt, weiß ich nicht, wie wir weiterkommen. Bringen wir das Projekt auf den Weg, sind wir dann auch gezwungen zu handeln.“ Mit Blick auf die teilweise marode Bausubstanz könne man nicht noch zig weitere Jahre warten. Dem entgegnete Borchert, dass zunächst planerische Vorlagen erstellt werden sollen. Diese könne man auch später noch diskutieren und ändern. Auch Jürgen Bammel (FWG) steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber: „Meiner Meinung nach liegen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander – dennoch sollten wir es versuchen. Wenn die Förderung scheitert kann es sehr teuer werden, schließlich müssen erstmal Investoren gefunden werden.“ Borchert machte deutlich, wenn es eine Förderung gebe, die Gemeinde Gebäude kaufen und dann – beispielsweise das Bauk’sche Haus – zurückbauen könnte. „Es gibt viele Hausbesitzer, die auf eine Förderung warten.“

Von Carola Hussak

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