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Nicht genug Belastung durch B 248

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Trotz Beschwerden stellt der Aktionsplan der Samtgemeinde keine gravierende Lärmbelastung für die vielbefahrene B 248 in Ehra fest: Man liege knapp unter den Grenzwerten.
Trotz Beschwerden stellt der Aktionsplan der Samtgemeinde keine gravierende Lärmbelastung für die vielbefahrene B 248 in Ehra fest: Man liege knapp unter den Grenzwerten. © Archivfoto: Hussak

Ehra. Rund 100 Menschen in Ehra werden von Straßenlärm in ihren Wohnungen belästigt. Doch der von der Samtgemeinde Brome beschlossene Lärmaktionsplan (das IK berichtete) sieht keine Gegenmaßnahmen vor.

Ende September wurde der Lärmaktionsplan (LAP) von der Samtgemeinde beschlossen. Man musste damit EU- und Bundesgesetzen nachkommen. Ein LAP stellt Lärmbelastungen fest und fordert Maßnahmen bei zu hoher Belastung der Anwohner. In Ehra sind laut Gutachten 100 Menschen an der Bundesstraße 248 Schallpegeln oberhalb der Grenzwerte ausgesetzt. Allerdings läge die Belastung noch unter dem Richtwert, ab dem Lärmschutzmaßnahmen vorzunehmen wären. Der Grenzwert für die nächtliche Belastung liegt bei 60 Dezibel und die Anwohner seien nur bis zu 55 Dezibel ausgesetzt. Daher meint der LAP: „Es gibt keine Lärmprobleme, denen mit Maßnahmen begegnet werden müsste.“

Das stößt auf Unverständnis. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt irgendwo zwischen 55 und 60 Dezibel, ein Staubsauger schlägt mit 70 Dezibel zu Buche. „Es gibt immer mal wieder Beschwerden, besonders über laute Lkw, die an der Ampel halten“, sagt Bürgermeister Jörg Böse im IK-Gespräch. Auch unabhängig vom subjektiven Empfinden von Lärm sei ein Lkw doch lauter als ein Gespräch. Da stellt sich die Frage, wie die Zahlen des LAP zustande kommen.

„Die Zahlen kommen von der Landesbehörde“, verrät Norbert Wilhein von der Bau-und Flächenplanung der Samtgemeinde. „Die werden auf Grundlage einer Verkehrsmengenzählung von 2015 errechnet.“ Heißt: Es gibt keine Messungen. Wie laut es vor Ort tatsächlich ist, wird nicht festgestellt.

Die (Samt-)Gemeinde kann in diesem Fall nichts unternehmen, da die B 248 nicht in ihren Aufgabenbereich fällt. Böse und Wilhein weisen daraufhin, dass der Bau der A 39 eine Entlastung zu Folge haben könnte. „Sollte kein Autobahnbau erfolgen, werden wir entsprechende Forderungen stellen“, sagt Böse.

Anwohner, die sich belästigt fühlen, können bis zum 15. November begründete Eingaben zum LAP bei der Samtgemeinde machen.

Von Dennis Tesch

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