Ab heute öffentliche Auslegung zum Naturschutzgebiet

Neue Verordnung für „Kaiserwinkel“

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Rot markiert: Das Naturschutzgebiet „Kaiserwinkel“ ist teil des Drömlings.

Kaiserwinkel – Südöstlich von Kaiserwinkel erstreckt sich im Drömling das gleichnamige Naturschutzgebiet. Es wurde kurz nach der Wende ausgewiesen, nun soll es eine neue Verordnung geben. Bis Oktober können Bedenken und Anregungen eingereicht werden.

Seltener Lebensraum

Das Naturschutzgebiet (NSG) „Kaiserwinkel“ ist 317 Hektar groß und gehört zum Weser-Aller-Flachland. Die abwechslungsreiche Landschaft befindet sich auf mehr oder weniger stark entwässerten Niedermoorböden. In einigen Bereichen haben sich Hochstaudenfluren und Großseggenrieden gebildet. Das NSG „Kaiserwinkel“ ist Lebensraum zahlreicher hochgradig gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Neben Kranichen und Weißstörchen leben dort zahlreiche weitere Vogelarten wie Schlagschwirl und Neuntöter. In den Gräben und an den Wegrändern können Wiesenraute und Sumpffarn entdeckt werden.

Teil des Drömlings

Durch die direkte Nähe zur innerdeutschen Grenze konnte es lange nicht unter Naturschutz gestellt werden. Die Grenznähe hatte aber auch zur Folge, dass kaum noch eine Nutzung stattfand, sodass sich zahlreiche Arten ansiedelten. Nach der Wende wurde das Gebiet im Juli 1990 NSG. Träger ist seither der Landkreis Gifhorn.

Kurz zuvor war auf DDR-Seite der Naturpark „Drömling“ gegründet worden. Auch heute noch ist „Kaiserwinkel“ vollständig Teil des FFH-Gebietes „Drömling“ und des EU-Vogelschutzgebietes „Drömling“. Ein Teilbereich im Westen ist seit März 2019 zudem durch das neue NSG „Schulenburgscher Drömling“ geschützt. Und damit ist es auch Teil eines seit Jahren größer werdenden Problems.

Teil des EPS-Problems

Denn aus dem Drömling heraus erkämpft sich der Eichenprozessionsspinner (EPS) immer mehr Boden. Besonders 2018 hatten die Bewohner in den angrenzenden Gemeinden stark mit den gefährlichen Brennhaaren der EPS-Raupen zu kämpfen. Die Ausweisung als NSG verhinderte dabei an mancher Stelle den effektiven Kampf gegen den EPS. Zudem befürchtet man, dass der Drömling als Brutherd das in diesem Jahr gelungene Zurückdrängen der Insekten wieder nivellieren könnte.

Mit der neuen Verordnung zum NSG gibt es ab heute auch eine öffentliche Auslegung der geplanten Neufassung nebst maßgeblicher Karte, den Blättern 1 bis 4, der Übersichtskarte und der Begründung. In der Verordnung werden unter anderem der Schutzzweck und Maßnahmen sowie Verbote und zulässige Handlungen festgehalten. Das Material liegt noch bis zum 10. Oktober im Servicecenter der Samtgemeinde im Bromer Rathaus aus. Während der Auslegungszeit kann dort auch jedermann Bedenken und Anregungen vorbringen.

VON DENNIS TESCH

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