Gefährlich für Auswärtige

Neue Fahrbahnführung bei Lessien: Bürger und Gemeinde fordern Tempolimit

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Die neue Ausrichtung der Fahrbahn über dem Otterdurchlass bei Lessien macht Sorgen: Die spitze Kurve darf mit Tempo 100 durchfahren werden, Einheimische empfehlen, deutlich langsamer zu fahren.

Ehra-Lessien – Zu spitz, zu schnell, zu gefährlich: Nachdem die Bauarbeiten an dem Otterdurchlass vor Lessien beendet sind, hat die Unterführung für die Tiere und damit auch die Straße eine neue Ausrichtung.

Die Kurve davor wird damit zur Gefahrenquelle, da sind sich Gemeinde und Bürger einig. Ein Tempolimit soll kommen.

Der Grund für die neue Ausrichtung der Fahrbahn liegt noch in der Zukunft: Im Zuge des Baus der Bundesautobahn 39 soll um Ehra eine Umgehungsstraße entstehen. „Die Fahrbahn ist schon auf die kommende Umgehung ausgerichtet“, erklärte Axel Jordan, stellvertretender Bürgermeister Ehra-Lessiens, in der Gemeinderatssitzung im August. Während der Bauarbeiten gab es eine Ampel und ein Tempo-70-Schild, beides wurde aber nach der Fertigstellung abgebaut. Die schärfere Kurve bereitete Jordan schon in dieser Sitzung Kopfschmerzen: „Tempo 70 wäre da schon gut“, sagte er.

Das IK erreichten nun auch stimmen aus der Bevölkerung, die die Kurve als „sehr spitz“ beschreiben. „Einheimische wissen das, aber für Auswärtige kann es sehr gefährlich werden“, sagte ein Bürger. Er schlug ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern an der Stelle vor.

Auch Bürgermeister Jörg Böse, der die Strecke regelmäßig fährt, sieht das ähnlich. „Ich komme mit 60 Stundenkilometern gut herum“, sagte er im IK-Gespräch. Obwohl sich Politik, Verwaltung und Bürger einig sind, kann Böse aber nicht einfach so ein Schild aufstellen. „Der Landkreis muss das anordnen“, erklärte er. Böse stünde mit diesem bereits in Kontakt, aber ob, wann oder für welche Grenze ein Tempolimit komme, könne er noch nicht sagen. „Aber wir bleiben da dran.“

Der Otterdurchlass wurde als Umweltmaßnahme für die A 39 neu gebaut, da der alte falsch dimensioniert war. Der neue Durchlass mit sechs Metern Breite und maximal zwei Metern Höhe lässt den dort lebenden Otter die Straße gefahrlos queren. Der Bau war eine Kompensationsmaßnahme und hat nach Auskunft von Heiko Lange, Leiter des Fachbereichs Straßenbau der Niedersächsischen Landesstraßenbaubehörde in Wolfenbüttel, etwas über eine Million Euro gekostet. An der A 39 sind noch einmal insgesamt vier Wildbrücken geplant, die Tieren die gefahrlose Querung ermöglichen sollen. Der Lessiener Durchlass ist die einzige Maßnahme abseits der Autobahn, denn das Biotop um den Bullengraben ist Teil des Fließgewässersystems und soll mit Blick auf den Autobahnbau geschützt werden.

VON DENNIS TESCH

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