„Riesenchance für die Region“

Naturstation soll Infos über Biosphärenreservat Drömling bieten

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Rund 4500 Hektar des Drömlings befinden sich auf Kreisgebiet.

Drömling – Dass der Drömling ein wichtiges Gebiet mit wertvollen Lebensräumen ist, wissen viele.

Damit auch die Übrigen es kennenlernen, soll ein von der UNESCO anerkanntes, länderübergreifendes Biosphärenreservat geschaffen werden (das IK berichtete mehrfach) – das erst 17. in ganz Deutschland.

Damit spielt der Landkreis Gifhorn dann in der ersten Liga, in einer Reihe mit dem Niedersächsischen Wattenmeer, dem Spreewald, der Flusslandschaft Elbe, der Rhön oder dem Schwarzwald. Denn 4500 Hektar des Drömlings liegen auf Kreisgebiet.

Mirko Schmidt, Kreisrat.

„Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt arbeiten derzeit an einem Antrag, der voraussichtlich 2021 eingereicht wird. Eine Anerkennung kann frühestens 2023 erfolgen“, erklärt Kreisrat Mirco Schmidt. Auf Niedersächsischer Seite, praktisch als westliches Tor, soll eine Naturstation den Besuchern Informationen über die Tier- und die Pflanzenwelt bieten. Dafür hat der Landkreis nun das ehemalige Zollhaus bei Rühen erworben. An dieser Stelle am Mittellandkanal soll eine Naturstation entstehen, vorausgesetzt, die vor Ort tätigen Institutionen und die Stadt Wolfsburg sowie der Landkreis Helmstedt als Träger des abgeschlossenen Naturschutzgroßprojektes „Niedersächsischer Drömling“ stimmen zu, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel.

„Im Vorgriff hat der Landkreis das Grundstück bereits im Frühjahr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben und nun die ehemalige Zollstation abreißen lassen“, so Schmidt. Die Fläche sei so entsiegelt und vorbereitet wurden, dass auf einem Teil des Geländes eine informative und interessante Naturstation errichtet werden könne. „Wir sind damit auf einem guten Weg“, resümiert Ebel. Der Standort habe gleich mehrere Vorteile, wie Martin Zenk von der Landkreisverwaltung bestätigt. „Er liegt zentral, liegt an der Bundesstraße, einer Wasserstraße, Parkmöglichkeiten und Gastronomie sind auch vorhanden, und er ist auch über viele Fahrradwege zu erreichen“, zählt er auf. Eine Sanierung des alten Zollhauses wäre zu teuer geworden. In der Station soll vor allem herausgearbeitet werden, was der Drömling für eine Besonderheit ist. Dazu soll ein Konzept für die Besucherlenkung erstellt werden, so Zenk weiter. Insgesamt entsteht mit dem Drömling eine zusätzliche touristische Attraktion für die Region, fügt Ebel hinzu. „Von dem Naturschutzgebiet sollen alle Menschen etwas haben, nicht zuletzt zur Stärkung des Umweltbewusstseins für alle Menschen. Das Konzept ist daher auf sanften Tourismus auszulegen, es soll auch ruhige Bereiche für die Natur geben, abseits von der Wegeführung für die Besucher. Eben deshalb ist eine Besucherlenkung wichtig. Ein Radrundweg ist ebenfalls vorhanden“, so Ebel. „Der Drömling ist damit eine Riesenchance für die Region.“

Als nächster Schritt ist nun angedacht, Fördermittel zu erwerben. Das Konzept zur Informationsvermittlung steht. Es werden alle an diesem Projekt interessierten Gruppen, Vereine und Institutionen mit eingebunden, um mit der Naturstation und dem Biosphärenreservat Drömling ein von der Bevölkerung getragenes Projekt zu initiieren.

VON BURHKARD OHSE

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