Naturschutzgebiet „Nördlicher Drömling“ unter Vorbehalt

Eichenprozessionsspinner: Umweltausschuss fordert Bekämpfung und Kostenübernahme durch das Land

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Dem Naturschutzgebiet „Nördlicher Drömling“ stimmt der Umweltausschuss der Samtgemeinde Brome nur bedingt zu: der EPS soll bekämpft und die Kosten vom Land getragen werden.

dt Brome – Der Umweltausschuss der Samtgemeinde Brome stimmt der Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) „Nördlicher Drömling“ nur zu, wenn im besagten Gebiet eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) möglich ist – und das Land Niedersachsen die Kosten dafür trägt.

Auf diesen Konsens einigte sich man sich nach einer längeren Diskussion. Anlass war das vom Landkreis Gifhorn als zuständige Umweltbehörde eingeleitete Verfahren. In dessen Zuge wird die Samtgemeinde um eine Stellungnahme gebeten. Das NSG „Nördlicher Drömling“ ist weitestgehend deckungsgleich mit dem Fauna-Flora-Habitat „Drömling“ und dem EU-Vogelschutzgebiet „Drömling“. Seine Ausweisung als NSG ist nötig, um EU-einheitlichen, rechtlichen Vorgaben nachzukommen.

Die Beschlussvorlage nannte „keine grundsätzlichen Bedenken“ gegen das NSG. Aber: „Wir sind Träger öffentlicher Belange“, sagte der Ausschussvorsitzende Peter Albrecht (SPD). Also müsse man im Sinne der Bevölkerung dennoch daraufhinweisen, dass ein NSG die Möglichkeiten für die Bekämpfung des EPS einschränken könnte.

Frank-Markus Warnecke (Grüne) nannte die EPS-Bekämpfung eine „heikle Angelegenheit“, zumal unklar sei, wie man am besten Vorgehe. „Mit einer Bekämpfung aus der Luft bin ich in einem NSG nicht einverstanden.“ Er forderte, dass der Ausschuss die chemische Behandlung ablehne und die EPS-Nester abgesaugt werden. Albrecht erwiderte, es gehe nicht darum, die Methode zu bestimmen.

Fred Marhenke (SPD) stimmte zu, forderte aber das einsetzen einer Formulierung, „um nicht auf dem Geld sitzen zu bleiben“. Der Ausschuss gab schließlich bei einer Gegenstimme seine Zustimmung zur Ausweisung des NSG, aber mit dem Hinweis, dass die Kosten „zu Lasten des Verordnungsgebers“ schlagen. Warnecke betonte, er teile diese Haltung, könne aber ohne die Beschränkung auf mechanische Bekämpfung nicht zustimmen.

Der Erste Samtgemeinderat Alexander Pede merkte an, dass man zwar im Zuge des Verfahrens um eine Stellungnahme gebeten werde, diese aber nicht unbedingt berücksichtigt werden müsse.

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