Befliegung bleibt vom Wetter abhängig

Eichenprozessionsspinner ist mittlerweile im ganzen Kreis Gifhorn angekommen

Der Hubschrauber startet in Rühen
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Der Eichenprozessionsspinner wird wieder aus der Luft bekämpft - im ganzen Kreisgebiet.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Samtgemeinde Brome – War der Eichenprozessionsspinner noch vor wenigen Jahren hauptsächlich für Wald und Forst ein Schädling, ist er bekanntlich zu einem gesundheitlichen Problem geworden. Nun nutzte der Landkreis Gifhorn die Möglichkeit, über die in der kommenden Woche geplante Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Samtgemeinde Brome – und auch darüber hinaus – zu informieren. Deutlich wurde, dass sich der Befall zwar nicht verschlimmert, aber weiter nach Westen ausbreitet.

Das war das Fazit von Antje Präger als Fachbereichsleiterin Umwelt beim Landkreis: „Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Tierart, die hier lebt und auch bleiben wird.“ Dass das Problem mit einem Schlag wieder verschwinden könnte, diese Hoffnung nahm sie. „Aber Beispiele in anderen Teilen Deutschlands haben durchaus gezeigt, dass sich der Befall nach fünf oder sechs erfolgreichen Bekämpfungen wieder zurückdrängen lässt.“

Und das hat der Landkreis in Kooperation mit den betroffenen Kommunen und der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung im ganzen Kreisgebiet auch vor. 260 Hektar Fläche stehen beim Hubschrauber-Einsatz am kommenden Dienstag, 18. Mai, im Fokus. Wenn das Wetter mitspielt, dann wird der Helix um 10 Uhr von Rühens Sportplatz aus zum ersten Mal losfliegen. Die Eichen werden mit dem biologischen Wirkstoff bacillus thuringiensis aus der Luft besprüht, damit die Raupen das Mittel beim Blattfraß aufnehmen. Durch die Umwandlung im Darm trocknen sie anschließend aus. Bei Menschen ist das biologisch abbaubare Mittel ungiftig.

Einzelne Straßenabschnitte müssen für kurze Zeit gesperrt werden. Nach dem Abtrocknen des Wirkstoffs können Straßen, Geh- und Radwege wieder ohne Einschränkung genutzt werden. Hingegen wird geraten, Gärten, Parks oder möglicherweise Friedhöfe für 12 Stunden nach der Behandlung nicht zu betreten.

Schlechte Nachrichten hatte Ebel mit Blick auf das Land Niedersachsen. Auch dieses Jahr wird keine Hilfe im EPS-Kampf erwartet. „Weder organisatorisch, noch finanziell werden wir Unterstützung erhalten“, bedauerte der Landrat. Die Entscheidung des Landes trifft bei ihm auch weiterhin auf Unverständnis. Schließlich stellen die Raupen eine Gefahr für die Gesundheit der Einwohner dar. „Das können wir so nicht hinnehmen.“

Neu, das ist der Spinner nicht. Schon in Fachbüchern aus dem 19. Jahrhundert kommt der Schädling vor. 2018 gab es aber über den Sommer hinweg eine explosionsartige Vermehrung des Eichenprozessionsspinners, erklärte Präger. „Eine solche Massenvermehrung ist nicht unüblich.“

Hatte man im Frühjahr 2018 noch recht gewohnte Bestände rund um den Eichenwald im Drömling wahrgenommen, veränderte sich die Situation in den folgenden Jahren dramatisch. Betroffene Bürger hatten teils nicht mehr im eigenen Garten sitzen können, der Waldspaziergang wurde zur Qual. Aus diesem Grund geht die vom Landkreis koordinierte Aktion in die dritte Runde. In der Hoffnung, dass sie irgendwann doch nicht mehr nötig sein wird.

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