„Die Kultur muss leben“

Nach Restaurant-Start und Kulturprojekten: Bromes Remmler Hof mit Plan B

Das neue Team am Remmler Hof: Miryam Kisser (v.l.), Omid Nadiri und Marc Bredenbeck wollen sich von der Corona-Pandemie den Neustart nicht nehmen lassen.
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Das neue Team am Remmler Hof: Miryam Kisser (v.l.), Omid Nadiri und Marc Bredenbeck wollen sich von der Corona-Pandemie den Neustart nicht nehmen lassen.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Brome – Was gab es beim Remmler Hof Anfang Oktober für Pläne. Mit dem Neustart des Restaurants, mit einigen Kulturhöhepunkten vor der Brust und einem neuen, hungrigen Team hatte man in Brome voll durchstarten wollen. Und dann kam der Lockdown. Wieder alles auf Null.

Oder? „Schließen war keine Option.“

„Eigentlich nicht“, sagt Marc Bredenbeck. Zusammen mit seinem Kollegen Omid Nadiri hatte der Chefkoch die Küche zum neuen Leben erwecken wollen. „Ich kann nicht sagen, dass damit alle Pläne zerplatzt sind. Eigentlich war es der Ansporn, jetzt erst recht durchzustarten.“ Er kann sich gut an das erste November-Wochenende erinnern. Als klar war, dass die Gastronomie bundesweit schließen muss. „Eigentlich haben wir sofort gesagt, dass wir offenbleiben und außer Haus anbieten wollen.“

Das bestätigt auch Hans-Peter Renziehausen gegenüber dem IK. Als Eigentümer vom Remmler Hof wurde er von den beiden Köchen sofort überzeugt, weiter zu machen. „Und dann haben wir einfach weiter gemacht.“

Bredenbeck und Nadiri haben die Karte umgestellt. Sie wollten nicht sofort wieder im Bewusstsein der Besucher verschwinden. „Zuhause bleiben? Das war für mich in keiner Weise eine Option“, sagt Bredenbeck.

Auf die Frage, ob die aktuellen Maßnahmen gerechtfertigt seien, gibt es von allen Beteiligten eine klare Antwort. Es sei nur schwer nachvollziehbar, dass die Gastronomie mit ihren Konzepten, mit Plänen und den großen Bemühungen wieder schließen müssten. Und andere Branchen, wie etwa Friseurstudios, offenbleiben.

Wie blickt man nun auf die kommende Zeit? Die Planungssicherheit sei ein großes Problem. Das wirft das Bromer Team der Politik auch vor. Es gebe keine klaren Aussagen, mit denen man weiter als zwei Wochen planen könne. Es benötige einen Fahrplan, mit dem man für acht oder zehn Wochen rechnen könne. „Und es trifft ja nicht nur die Gastronomie, sondern auch die Veranstaltungen und Kultur“, sagt Miryam Kisser. Sie arbeitet als Service-Kraft beim Remmler Hof. Im Moment heißt es für sie: Kurzarbeit.

Der Remmler Hof ist damit auch in zwei Bereichen betroffen. Die geplanten Veranstaltungen? Auf Dezember terminiert, nun wohl auf Januar verschoben. Aber Renziehausen hätte auch einen Plan C. „Die Hamburger Stage Show habe ich zu Not am zweiten Ostertag im Blick.“

Ob die Kultur das überstehen kann? „Natürlich kann sie es. Die Kultur muss leben und das wird sie auch. Man kriegt sie nicht tot.“

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