„Habe nicht geglaubt, was ich sehe“

Nach dem Brand: Bromer Joseph Schnall will seine „Perle“ wieder aufbauen

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Joseph Schnall ist der Betreiber des Bromer Gasthauses. Er steht vor den Ruinen seiner Arbeit.

Brome – Joseph Schnall stand ratlos vor seinem ehemaligen Gasthaus Perle an der Ohre. So ganz begreifen konnte er die Situation auch drei Tage nach dem Brand noch nicht. Von seinem Aushängeschild war nichts mehr als Schutt und Asche übrig.

„Ich hätte niemals gedacht, dass diese Nacht so endet“, erklärte der Eigentümer der beliebten „Perle“.

Er selber hatte sein Gasthaus nur wenige Stunden vor dem Großbrand abgeschlossen. „Bevor ich das Lokal verlasse, kontrolliere ich immer alle Räume.“ Im Nachhinein ein riesiges Glück. „Nicht auszudenken, wenn dort jemand drin gewesen wäre.“

Als die Sirenen durch Brome heulten, ist Schnall aus dem Schlaf geschreckt. „Ich wohne in unmittelbarer Nähe zu dem Gebäude“, erklärte er. „Mein Nachbar kam sofort zu mir gelaufen und sagte, dass es um die ‘Perle’ geht.“ Der Eigentümer entdeckte den Rauch, der aus dem hinteren Gebäudekomplex aufstieg. „Ich dachte: ‘Okay, das kriegen wir schon wieder hin.’“ Dass aus einer anfänglichen Rauchwolke ein Großbrand entstehen würde, der gleich den gesamten Gebäudekomplex zerstören sollte – „daran habe ich bis zum Schluss nicht geglaubt“.

Als das Feuer um kurz vor vier Uhr am Sonntagmorgen durchzündete, musste der Bromer Dachdecker mit ansehen, wie ein großer Teil seines Lebenswerkes verloren ging. „Aber ich will auch an dieser Stelle meinen großen Dank an alle Helfer aussprechen“, bekräftigte Schnall. „Was die Feuerwehren und die vielen Helfer hier geleistet haben, ist außergewöhnlich.“ Auch in den Stunden nach dem Brand habe er von vielen Seiten Unterstützung erfahren. „Freunde und Bekannte sind auf uns zugekommen. Diese Anteilnahme hilft.“ Wie es weitergeht, weiß er noch nicht. „Aber der Plan ist, wieder aufzubauen.“

VON HILKE BENTES

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