Aktion dauert zwei Tage

Montag startet EPS-Luftbekämpfung: Start am Mittag in Rühen

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Am Montagmittag soll der Hubschrauber zur Bekämpfung des Eichenprozessionspinners in Rühen abheben, um betroffene Flächen und Straßen in der Samtgemeinde und der Region zu besprühen.

Samtgemeinde Brome – Montag soll es soweit sein: Ein Helikopter wird voraussichtlich über Straßen und Gebiete der Samtgemeinde Brome fliegen.

Gegen 12.30 Uhr soll der Hubschrauber in Rühen abheben, um die weitere Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) zu verhindern. Dabei geht es um die flächendeckende Besprühung betroffener Eichen. Wenn das Wetter mitspielt, wird der Einsatz wohl bis Dienstag andauern, um den Raupen den Kampf anzusagen.

Die Prognosen um die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners sehen in diesem Jahr besser aus, als in der Vergangenheit. Das ist die einheitliche Sicht aus den betroffenen Kommunen. Bekämpft muss die Ausbreitung der Raupen trotzdem werden. Die Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das auf der Haut zu starkem Juckreiz führen und in den Atemwegen asthmatische Symptome und Husten sowie in den Augen schmerzhafte Entzündungen verursachen kann.

Damit der Hubschrauber starten kann, muss am Montag allerdings das Wetter mitspielen. Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann hofft auf gutes Wetter. „Es darf nicht regnen, aber auch zu starker Wind oder UV-Strahlung könnten die Aktion noch stoppen.“ Die am Montag beginnenden Eisheiligen machen ihr ein bisschen Sorge. „Aber ich hoffe, dass es wie im letzten Jahr einen guten Ausgang nimmt.“ Wenn das Wetter zu kalt ist, kommen die Raupen nicht heraus, erklärt die Rathaus-Chefin. Und dann hofft man in der Samtgemeinde auf Ruhe für die betroffenen Einwohner. „Es wäre schön, wenn wir mit dieser erneuten, großen Bekämpfungsaktion einen anhaltenden Schlag setzen können.“

Am Montag soll mithilfe des Hubschraubers die von den Raupen befallenen Eichen mit dem biologischen Wirkstoff bacillus thuringiensis behandelt werden. Das Mittel soll auf die Eichen gesprüht werden, damit die Raupen den Wirkstoff mit den Blättern verzehren.

Landrat Dr. Andreas Ebel will sich gemeinsam mit Kreisrat Rolf Amelsberg und den örtlichen Bürgermeistern vor Ort von den Maßnahmen überzeugen. „Wir haben im letzten Jahr gute Erfolge mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erzielt,“ so Ebel. „Wir werden nicht nachlassen und auch dieses Jahr die Eichenprozessionsspinner erfolgreich bekämpfen. Das wird uns mit Maßnahmen aus der Luft, vom Boden und mittels Absaugen gelingen. Die Gesundheit aller Einwohnerinnen und Einwohner ist mir ganz besonders wichtig.“ Deswegen, sagt Ebel, setzen die Verantwortlichen auf verschiedene und auch neue Methoden, um die Bürger ausreichend zu schützen.

Durch den Flugeinsatz müssen Straßenverkehrsteilnehmer in der Samtgemeinde mit kurzzeitigen Straßensperrungen rechnen.

Das müssen IK-Leser jetzt wissen

• Flächen, die dem längeren Aufenthalt von Menschen dienen, wie zum Beispiel Gärten, Parks oder Friedhöfe, sollen bis zu 12 Stunden nach der Behandlung nicht betreten werden.

• Landkreisweit werden etwa 300 Hektar Fläche, auch Baumalleen entlang von Straßen, und circa 4000 Einzelbäume behandelt.

• Erstmalig wird der Eichenprozessionsspinner hier im Landkreis alternativ zum Besprühen mit dem bacillus thurinigensis und dem Absaugen der Raupen von den Bäumen auch mit Nematoden (Fadenwürmern) bekämpft. Hierbei werden die Nematoden direkt auf die Raupen gesprüht. Diese dringen in die Raupe ein und töten sie ab. Das Verfahren hat sich bisher in Versuchen als sehr wirksam erwiesen. Die Nematoden müssen aber zweimal aufgebracht werden und dies kann im Regelfall nur in der Dämmerung geschehen. Ein Aufbringen per Hubschrauber bietet dabei noch keinen Erfolg, sodass nur eine einzelbaumweise Anwendung möglich ist. Dies wird hier an 600 Bäumen durchgeführt.

• Neben der Befliegung wird wie im letzten Jahr auch vom Boden gegen den EPS vorgegangen. Bis zum 15. Juni wird die chemische Bekämpfung vorangetrieben, um die Eichen von den Larven zu befreien. Vom 15. Juni bis 31. Juli soll dann die mechanische Bekämpfung erfolgen. Die genauen Termine richten sich dabei nach dem Austrieb des Eichenlaubes und der Larvenentwicklung.

• Um Verletzungen von möglicherweise aufgeschreckten Weidetieren zu verhindern, werden die Tierhalter der Region gebeten, sich über die Befliegung zu informieren, um beispielsweise Pferde oder Kühe am Tag der Befliegung andersweitig unterzubringen.

• Die Straßenabschnitte und die weiteren Flächen, die durch den Hubschraubereinsatz betroffen sein werden, können auf der Homepage des Landkreises unter www.gifhorn.de/eichenprozessionsspinner eingesehen werden.

VON HILKE BENTES

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