Großer Ärger um kleine Tiere

Mittel gegen Eichenprozessionsspinner wird nicht aus der Luft gesprüht: Unmut in Rühen und Parsau 

Die Gefahr, die von den Härchen des Eichenprozessionsspinners ausgeht, ist noch nicht gebannt. Noch immer sind etwa Allergiker gefährdet. Die Maßnahmen im nächsten Jahr kriegen nun einen Dämpfer, der in Parsau und Rühen für Unmut sorgt.
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Die Gefahr, die von den Härchen des Eichenprozessionsspinners ausgeht, ist noch nicht gebannt. Noch immer sind etwa Allergiker gefährdet. Die Maßnahmen im nächsten Jahr kriegen nun einen Dämpfer, der in Parsau und Rühen für Unmut sorgt.

Parsau/Rühen. Im Flora-Fauna-Habitat (FFH) des Drömlings soll kein großflächiges Besprühen gegen den Eichenprozessionsspinner stattfinden. Das sorgt in den stark von den Raupen befallenen Gemeinden Rühen und Parsau weiter für Unmut.

Die Zeit des größten Gesundheitsrisikos durch die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners ist vorbei. Auch die lange Trockenheit hat in den letzten Wochen nachgelassen, sodass die gefährlichen Härchen der Raupen, die etwa Bronchitis auslösen können, weniger leicht in die Luft und damit in die Atemwege von Mensch und Tier gelangen können. Dennoch ist die Gefahr nicht ganz gebannt, besonders Allergiker müssen nach wie vor vorsichtig sein.

Um im nächsten Jahr besser auf den Raupenbefall vorbereitet zu sein, hatte man einen Arbeitskreis gegründet (das IK berichtete mehrfach). Auch heute findet eine Besprechung mit dem Landrat statt. Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Parsau wurde das Thema angesprochen. Bürgermeisterin Kerstin Keil musste zu ihrem eigenen und zum Unmut der Bürger mitteilen, dass im FFH des Drömlings nicht aus der Luft gesprüht werden dürfe: „Die Untere Naturschutzbehörde verbietet dort den Einsatz der Sprühmittel, es gibt zu viele Gewässer.“ An anderen Stellen könne aber ein Helikoptereinsatz realisiert werden. Stimmen wurden laut, die der Politik Vorwürfe machten. Man lasse bei der Schädlingsbekämpfung das Epizentrum außen vor. „Es wurden Versprechungen gemacht und nun rudert man wieder zurück“, hieß es. Besonders im Giebel und in Kaiserwinkel habe man noch mit Brennhaaren zu rechnen.

Auch Keil äußerte ihren Ärger darüber. Die große Beteiligung der Rühener und Parsauer Bürger habe aber Eindruck gemacht. „Wir sollten noch ein bisschen Krach machen.“ Sie schlug eine weitere Bürgerversammlung vor, sollte der Kampf gegen die Raupen nicht wie gewollt verlaufen. Man wolle zunächst aber die nächsten Besprechungen des Arbeitskreises abwarten. So schlimm wie in diesem Jahr, sollen die Raupen die Menschen nicht mehr plagen. Sollte es nötig sein, werde man weiter Druck machen.

Rühens Bürgermeister Karl Urban sieht das genauso. Er habe kürzlich mit Kreisrat Rolf Amelsberg gesprochen und dabei auf Berichte anderer Gebiete hingewiesen, die ähnliche Probleme hatten und haben. „Wir lassen da nicht locker“, sagt Urban.

Von Dennis Tesch

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